Meine ersten Erfahrungen mit dem Verbissschutzmittel Certosan

- zuletzt geändert am 25.Mai 2016

Zwar mag ich Wildtiere und pflanze mir Jahr um Jahr einen freudigen Wolf, um unsere „Oase Goldammer“ weiter aufzuwerten, doch manchmal bin ich schon etwas traurig, wenn so freche Plüschhasen im Frühling meine Pflanzungen angehen. Bisher ist davon meist kein Bäumchen eingegangen, weil der Austrieb von weiter unten bei den meisten Bäumchen buschig wieder kommt, doch es kostet im Höhenwuchs schon 2 Jahre oder mehr.

Hatte in einem Buch über Permakultur vor Jahren einiges zum Verbissschutz gelesen und das Buchenteer blieb da irgendwie in Erinnerung. Meine Suche im letzten Herbst führte mich erst einmal jedoch zu  Certosan samt Sprayflasche. Das war schnell bestellt und im Oktober 2015 erstmals auf der ganzen Fläche von ca. 1 Hektar zum Einsatz gebracht.

Meine bisherigen Erfahrungen mit Certosan

Das Einrühren bzw. Schütteln und Auflösen war bei ca. 20 °C (je kühler, desto schwieriger!) problemlos und das Versprühen ging mir recht leicht von der Hand.

Ich verteilte im Oktober 2015 also auf den meisten gefährdeten Jungbäumchen, neuen Hecken und Obstpflanzungen das Certosan am unteren Stamm bzw. Stämmchen. Einige Pflanzen – besonders gefährdete wie junge Kiefern – ließ ich testweise unbehandelt und brachte dort auch im Umkreis von einigen Metern kein Certosan an.

Fotos von Wildtieren, die gern mal knabbern kommen:

Feldhase, Aufnahme mit einer unserer Dörr-Wildkameras

Feldhase, Aufnahme mit einer unserer Dörr-Wildkameras

Rehe, Aufnahme mit einer unserer Dörr-Wildkameras

Rehe, Aufnahme mit einer unserer Dörr-Wildkameras

Der erste Eindruck im März 2016

Habe seit März bis diese Woche alle Pflanzungen geprüft und einige der unbehandelten Bäumchen, haben erst kürzlich (typisch, immer so Mitte April) wieder die schon bekannten Rindenschäden bekommen, rundherum fröhlich die Rinde abgeschält, trotz Dornengestrüpp. Die Schäden sind in etwa 10-20cm Höhe, ich vermute ein Wildkaninchen als plüschigen Rindennager. Alle mit Certosan behandelten Pflanzen sind bisher verschont geblieben, bis auf einen Pfirsich, der ganz leichten Verbiss ganz außen an unteren Zweigen hat. Also scheint der Geruchschreck nicht sehr weit zu reichen, doch es genügt wie es ist.

Nachbestellung und weiter geht’s

Nun sprühte ich im April für die kommenden Monate und auch für neue Pflanzungen wieder, wegen der angegebenen Wirkdauer von wenigen Monaten. Der Einsatz erfolgte an Obst, Hecken und jungen Bäumchen (Laub und Nadel)  – insgesamt diesmal ca. 30 mehr als im Vorjahr, also etwa 100 Bäumchen. Besonders die 80m am nordöstlichen Grenzstreifen, welche mit Kiefern neu bestückt wurden, lagen wir am Herzen für einen wirkungsvollen Schutz und der letzte Test sah ja gut aus.

Mitte Mai: tja, es wirkt nicht immer…

… und das beweisen mir die letzten Sichtungen, also da hatten wir Mitte Mai. Einige der Jungkiefern wurden fleißig abgenagt, als ob das Certosan gar nicht da wäre. Der Verlust liegt jedoch noch unter dem ohne der Anwendung. Ob es insgesamt jedoch lohnt – Kosten und die Arbeitszeit – weiß ich nicht recht. Möglicherweise muss ich, wie ich es bei größeren Bäumen und bei Pflanzungen in unserer  Streuobstweise mache, generell mechanisch schützen (oje).

Fazit aus meinen Erfahrungen mit Certosan

Ohne langjährige Versuche kann ich nicht sagen, wie weit Certosan verlässlich ist und welche Faktoren da hinein spielen. Der mechanische Schutz mit Nagerschutzzaun oder diesen Banderolen aus Kunststoff scheint mir sicherer zu sein. Wildheckenstücke um die Bäumchen gelegt, schützt sicher gut vor größeren Wildtieren wie Rehen, doch die Nager müssen auch abgehalten werden, da diese unten am Stamm nagen und somit den gesamten Wuchs darüber gefährden. Es bleibt erst einmal beim weiteren Erproben und alljährlichen Lückenfüllen, na die Baumschulen freuen sich.

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