29. April 2017 - zuletzt aktualisiert am 16. August 2021 Von Chris G. 0

Astrologie im Garten: Biodynamische Aussaattage für Stecklinge, Obst und Gemüse

Den alten Druiden war das Wissen um die planetaren Kräfte vertraut und heilig, leider ging im Laufe der Zeit vieles verloren. Seit mehr als einem Jahrzehnt wächst das Interesse an praktisch anwendbarer Astrologie wieder rasant.

Arbeiten in der Natur nach der passenden Mondphase ist recht bekannt, die Wirkung der weiteren planetaren Körper im Sonnensystem hingegen weniger. Kosmische Energie, die auf die Erde über die Planeten einwirkt (hier wird der Mond dazu gezählt), spielt eine entscheidende Rolle, um bessere Ergebnisse im Anbau zu erzielen und dabei unterscheidet man beispielsweise Blütentage, Wurzeltage und Blatttage. Die Astorolgie ist eine alte und komplexe Wissenschaft und hat nichts mit Vorhersagen und Empfehlungen zu tun, wie sie vielleicht im Britta-Magazin zu finden sind.

Für mich als Gärtner zählt in erster Linie die Praxis:
Wie kann praktisches Wissen aus der Astrologie mir im Garten helfen ?


Astrologie im Garten – wie geht das ?
Biodynamische Aussaattage in der Anwendung.

Zum Glück musst du dich als interessierter Gärtner nicht mit der Anthroposophie von Rudolf Steiner (“Landwirtschaftlicher Kurs”) und ähnlich komplexen Werken auseinander setzen. Denn es gibt kompaktere, leichter zugängliche und praxisnahe Bücher (siehe unten).

Ganz kurz zusammen gefasst: Zum jeweiligen Tag der Aussaat einwirkende, planetare Kräfte entsprechen  dazu gehörenden Kräften in der Pflanze. So sind verschiedene Planetenkräfte  Wurzel, Trieb, Blüte und Frucht zugeordnet. In der Praxis geht es so so: Schau in den Aussaattage-Kalender, finde passende Tage für das gärtnerische Ziel (Wurzelgemüse => Wurzeltage, Obst => Fruchttage etc.) und leg los.

Natürlich ist das Ganze sehr viel komplexer, doch für den Anfang und leicht erreichbare, deutliche Erfolge beim Gärtnern genügt dies aus meiner Sicht bereits.

Für den Forscher ist das Anlegen von Kontrollpflanzungen interessant, was ich anfangs auch getan hatte – mit gut vergleichbaren Ergebnissen, die für die Berücksichtigung der Astrologie im Garten sprechen.

Doch nicht nur der Tag der Aussaat, auch die wichtigsten Folgetage wie das Pikieren, das Entfernen unerwünschter Beipflanzen prägen die Pflanze. Bei mehrjährigen Kulturen wiederum kann gerade durch die Summe der Pflegearbeiten durch geeignete Wahl des Zeitpunkts die gewünschte Richtung nachhaltig verstärkt oder auch korrigiert werden.

Wichtig ist es laut Quellen, dass auf den Einsatz künstlicher Dünger verzichtet wird, um die kosmische Verbindung der Pflanze nicht zu stören. Da chemische Dünger die Pflanze in eine Richtung zwingen, scheint mir das stichhaltig zu sein, auch wenn mir hierfür praktische Erfahrungswerte fehlen.

Versuche zeigen Erfolg

Selbst hatte ich mich mit den Aussaattagen schon praktisch befasst und es kann ganz erstaunlich sein, wie unterschiedlich die Ergebnisse sein können. An einem Wurzeltag erfolgte Radieschen-Aussaat (Aussaat an einem Wurzeltag) brachte deutlich größere Rübchen mit weniger Blattmasse hervor als die Testreihe, die an einem Blatttag ihr Leben begann. An Fruchttagen erfolgtes Ausgeizen an Tomaten zeigte mittleren Effekt, wobei die Dünung nur teilsweise nach den Fruchttagen erfolgte. Die Wildtomaten sprachen wohl aus diesem Grund wenig an, da ich sie wenig bis gar nicht ausgegeizt hatte.
An der Stelle wäre die Frage offen, inwiefern Wildpflanzen allgemein auf astrologische getimte Gartenarbeiten ansprechen. So könnte man versuchsweise Giersch an einem Blatt-Tag für die Küche ernten und nicht direkt danach abmähen, sondern erst an einem Blüte-Tag oder Fruchttag ( = Samen-Tag), keinesfalls aber an einem Wurzeltag.
Stecklingsversuche, soweit ich mich an meine recht schlampig protokollierten Versuche in 2020 erinnere, zeigten eine bessere Bewurzelung, wenn an Tagen mit aufsteigendem Mond (viel Kraft im Trieb) und an Wurzel-Tagen (für die schnelle Wurzelbildung) geschnitten wurde. Vergleichsgruppen an anderen Tagen unter sonst nahezu gleichen Bedingungen zeigten eine weniger schnelle und etwas langsamere Bewurzelung.

Astrolgie im Garten und der moderne Alltag
Das Timing kann man verständlicherweise nicht immer optimal einhalten. Dass man also nicht sein gesamtes Leben der Astrologie unterordnen sollte, versteht sich als Gärtner mit Freude am Tun für mich von selbst. Wie weit man nun welches Wissen im gärtnerischen Alltag einbezieht und welches Gewicht dabei auf die Astrologie gelegt wird, kann jeder für sich entscheiden. Es gibt durchaus Möglichkeiten, “astrologisches Fehlverhalten” auch ohne künstliche Eingriffe zu kompensieren. Etwa können innere Haltung, Aufmerksamkeitsenergie sowie  Einfühlungsvermögen und Beobachten zu erstaunlichen Erkenntnissen und Ergebnissen führen. Ich sag nur: Wühlmaus und Geomantie.

Korrekturen sind möglich

Wenn es nicht gelingt, das Timing der Aussaat perfekt abzustimmen, hat man beim Pikieren, Umsetzen und bei den Folgearbeiten wie Jäten und Düngen immer noch die Chance, planetare Kräfte gezielt zu nutzen. Zwar ist die Wirkung am Aussaattag am intensivsten, dafür kann bei den Folgearbeiten wiederum ein Summeneffekt zum Tragen kommen.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Freude beim “druidischen Gärtnern” !

 

Nützliche Literatur

Zur Praxis: Es gibt jedes Jahr die neue Buchauflage der Aussaattage nach und von Maria Thun und inzwischen weitere Bücher dazu, von anderen Autoren.
Thun Verlag: https://thun-verlag.com
Suche in Amazon   Suche in Bücher.de

Biodynamischer Onlinekalender:
rhythmofnature.net

Zum Vertiefen:
biodynamic-research.net
aussaattage.de
anthroposophie-lebensnah.de