Spätfröste-Bericht und Wühlmaus-Report

- zuletzt geändert am 9.Juli 2020

Die diesjährigen Eisheiligen zeigten sich gnädig: keine -9 Grad, es waren wohl ca. 3 Grad unter Null und kein starker Wind auf der Glindower Platte. Auch von den Erzeugern aus unserer Ecke sind wohl nur die Kirschen härter betroffen.

Hier mein Kurzbericht zu den Frostschäden am Obst:

Apfel, Birne, Zwetschge
Durchweg bei allen Sorten und Sämlingen keine Schäden.

Feigen
Spätfrost vor den Eisheiligen
Inzwischen haben die Feigensorten ‚Peretta‘ und ‚Violette Bayernfeige‘ einige Jahre Training hinter sich – Bauernfeige 8 Jahre und Peretta 3 Jahre, hier sind kaum Triebverluste zu verzeichnen. Beide Sorten stehen exponiert, hatten also frühe Wärmeeinwirkung durch die Sonne wie auch kalten Wind.
Die anderen Feigensorten und Gebirgsfeigen-Sämlinge fangen wieder auf Bodenhöhe an (alle exponiert). Die Gebirgsfeigen habe ich nun umgepflanzt, so dass die Frühlingssonne sie nicht so früh raus locken kann. 2021 werde ich sehen, ob das was bringt. Sorte „Galgenen“ stand kam nun, nach dem Frost auch bodenebig, erstmal wieder in der Baumschule. Junge Peretta-Feigen: Nicht alle haben ihr erstes Jahr bei uns geschafft.

Aprikosen
Harcot und Doucoeur®anderheart: Gummifluss im Winter und im April tschüß (Schlagfall).
Hargrand: Keine Blüte. Keine Triebschäden.
Wilson Delicious: Blüte war Mitte bis Ende April, der Frost hat ca. 75% der Blüten vernichtet. Dank der ca. 3 Wochen Blütezeit kam dennoch einiges durch. Wie 2019 also guter Fruchtansatz, der diesmal sogar durch die Eisheiligen zu kommen scheint. Habe beobachtet, dass in dichter belaubte Triebe gehüllte Früchte geschützter sind. Werde also, da bei uns durch den Wind kaum Fruchtfäule zu erwarten ist, weniger ausdünnen als empfohlen und kann so gut mit exponierteren Früchten vergleichen.
Briana und Hunza: Blüte war zwischen Mitte und Ende April. Frost und auch Schnee waren beiden egal. Leider kein Fruchtansatz.
Manchurische: Blüte sehr früh, Ende Februar – Anfang März, komplett erfroren. Keine Triebschäden.

Pfirsich (Amsden, Earliglo, Tellerpf., Sämlinge)
Einen Sämling hat es mit Frost Ende April mit kurzem Schneefall in der Blüte erwischt gehabt. Dieser Baum trägt diesmal nichts. Alle anderen, bis auf die jungen Tellerpfirsiche, haben viel Fruchtansatz. Amsden hat wieder keine sichtbaren Verluste und als einziger bisher getesteter Pfirsich so gut wie keine Kräuselkrankheit.

Kirschpflaume (div. Sämlinge)
Es kommt wie immer auf die Blütezeit an, ob und wie viele Verluste die Fröste im März und April verursachen. Ist alles normal, einige Verluste an einigen Pflanzen, in der Summe aber alles prima. Der Fruchtansatz hat keine Verluste durch die Eisheiligen erlitten.

Kirschpflaume „Ruby“
Neupflanzung zum Testen. Sehr frühe Blüte, fast Totalausfall im April -> restlicher Fruchtansatz ist inzwischen weg. Die Pflanze muss sich erst eingewöhnen. Neuaustrieb sieht gut aus.

Sauerkirsche (Sorte unbek.)
Keine Frostschäden an Blüte, die Eisheiligen haben ca. 30% der Früchtansätze gekillt.

Mirabelle „de Nancy“
Nach Schnitt im Vorjahr keine Blüte, dafür starker Zuwachs. Keine Schäden.

Mirabelle „Aprimira“ (Hochstamm)
Neupflanzung zum Testen. Robust, hat Blüte und Fruchtansatz gut durchgebracht.

Wein (dv. Sämlinge, Sorten)
Wie immer durchwachsen, dabei Verluste an Triebspitzen und Fruchtansatz, sowohl bei hellen als dunklen Sorten. Regent sieht insgesamt besten aus.

Walnuss (Sämlinge, Sorten)
Kleinere Schäden an Triebspitzen, exponiert wie windgeschützt.

Edelkastanie oder Marone
Alle Pflanzen stehen inzwischen exponiert im Wind. Schäden wie bei Walnuss, also dieses Jahr nur leicht.

Heidelbeeren
Anders als 2019 diesmal keine Schäden an den Blüten.

Schisandra und Kiwi
Einige Kiwis haben es raus, andere noch nicht. Schisandra muss nach dem finalen Umsetzen 2019 noch ankommen, dann sehen wir weiter (Frostschaden im Austrieb).

Weitere Arten
Hasel, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Goji, Aronia, Felsenbirne, Scheinquitte, alle Sämlinge von Apfel, Birne, Zwetschge: wie immer absolut problemlos.

Wühlmaus-Report

Alle Bäume mit Schutz durch meine Stangen (-> ANTI-FU) sehen besser aus als je zuvor und sind im Vergleich mit noch ungeschützten Bäumen deutlich weniger gefährdet, was anhand der Gänge und des Neuaustriebs leicht zu sehen ist. Das ist für mich ein klares Indiz für die Wichtigkeit der Eindämmung der Wühlmausaktivitäten an (jungen) Obstpflanzungen.
Einige Tests mit Carbid bzw. Wühlmausgas – ich wollte es dann noch mal genau wissen – verliefen bisher so: Wirkung gut, aber die Maus rennt zur Not raus und gräbt von oben einfach einen neuen Gang, manchmal gleich neben dem alten und nagt munter am nächsten Obstbaum weiter. Oder sie öffnet auf dem Weg weg von Gas neue Löcher und wartet ein paar Tage, bis das Gas verflogen ist. Dann kommt sie wieder, obwohl ich sogar noch die Reste des Gases riechen kann – seltsam. Bisher sieht es also so aus, dass mittels Carbid u.ä. Produkte die Maus und ich eine Art Wettrennen fahren. Das ist nicht ganz mein Ding, dann wohl doch eher die Stangen. Ach ja, die Maus flieht vom Gas weg schon auch mal kurz in den Schutzbereich der Stangen (als kleineres Übel?), stoppt bisher aber in ca. einem halben Meter von einer Stange mit dem Graben. Was die Sinnhaftigkeit meiner Vorrichtung wieder aufzeigt. Tägliches Rasenmähen als alternative Lärmquelle geht natürlich auch, sofern man es mag.

 

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