Tag Archives: anti fu

Wühlmaus: Aktuelle Erkenntnisse mit Geomantie und Permakultur

- zuletzt geändert am 8.Juli 2020
Loch in das Gangsystem der Wühlmaus

Loch in das Gangsystem der Wühlmaus

„Störe meine Gänge nicht!“ Die Wühlmaus ist vermehrungsstark, ausdauernd und ein unerbittlicher Lehrer. Doch ist sie wiederum wichtig im Kreislauf der Natur, in manchem Aspekt sogar für den Gärtner nützlich. Die Wühlmaus – eine Geschichte voller Missverständnisse?

Neben den mir bekannten und praktisch angewandten Möglichkeiten, den Bestand der Wühlmaus auf einem erträglichen Niveau zu halten (siehe unten), geht es seit einer Weile wieder „back to the roots“. Denn meine ersten Vorstellungen von einem Stück Land als (Familien)Landsitz samt Anbau, Rückzugszonen und Naturbegegnungsmöglichkeiten begannen 2006 mit den ersten Anastasia-Büchern. In diesen fand und finde ich jede Menge Hinweise und Vorschläge dazu, friedlich und nachhaltig mit der Natur umzugehen.

So mancher Verlust in unseren Gartenkulturen brachte mich von diesem schönen Gedankenfeld immer wieder ab und vor allem die Wühlmaus war (und ist?) eine krasse Herausforderung.

Warum ich der Wühlmaus so viele Beiträge widme? Weil dieses Tier die für mich härteste Nuss im Garten ist, was den dauerhaften Frieden mit der Natur betrifft. An den vielen und selten erfreulichen Begegnungen mit der Wühlmaus bzw. ihren Aktivitäten konnte ich schon viel lernen – gärtnerisch und über mich selbst. Meine Beiträge hier fokussieren dabei eher den erstgenannten Aspekt. weiter lesen →

Spätfröste-Bericht und Wühlmaus-Report

- zuletzt geändert am 9.Juli 2020

Die diesjährigen Eisheiligen zeigten sich gnädig: keine -9 Grad, es waren wohl ca. 3 Grad unter Null und kein starker Wind auf der Glindower Platte. Auch von den Erzeugern aus unserer Ecke sind wohl nur die Kirschen härter betroffen.

Hier mein Kurzbericht zu den Frostschäden am Obst: weiter lesen →

Wühlmaus vertreiben ohne Gift und Fallen: ANTI-FU

- zuletzt geändert am 20.Mai 2020

In diesem Beitrag erfährst du, welche Erfahrungen ich mit Wühlmäusen machte und wie ich zu einer effektiven Vorrichtung kam, um Wühlmäuse ohne Gift, Gas oder Fallen und dazu stromlos und quasi wartungsfrei zu vertreiben. Ich nenne meinen Wühlmaus-Schreck „ANTI-FU“.

Das Update von 20.05.20 umfasst:
– Ausrichtung des Windfangs und Regenablauf
– Optimierung des Schlagpendels und Anpassung der Endkappe

Dieser Beitrag hat mehrere Abschnitte:

Geht’s der Wühlmaus allzu gut, verlässt den Gärtner bald der Mut.

Wühlmaus - Terror - Ilustration

Sorry, etwas ‚BILD-like’… mir war halt so

Wühlmaus: Der „Terror aus dem Untergrund“ kann den friedvollen Gärtner stark heraus fordern.

Für den Gärtner gibt es kaum ein größeres Ärgernis als sich angesiedelte Wühlmäuse. Bei zu starker Vermehrung und ohne geeignete Mittel zum Schutz der Kulturen kann die Wühlmaus gewaltigen Schaden in kurzer Zeit anrichten. Die meisten nicht gewaltsamen Methoden zum Vertreiben der Wühlmaus zielen auf eher langfristige Effekte ab. Dazu gehört vor allem das Ansiedeln von natürlichen Feinden und die Umgestaltung des Kulturbereichs. Bis zur Entfaltung der vollen Wirkung braucht es einige Zeit. Bei einem akuten Wühlmaus-Problem ist jedoch schnelle Hilfe gefragt.

Wühlmaus – Schäden an Obstbäumen

Junger Obstbaum mit Wurzelstumpf - Schaden durch Wühlmaus

Junger Obstbaum: Totaschaden durch Wühlmaus – Fraß, die Wurzel ist nur noch ein Spieß

So mancher Gärtner kennt das: Man zieht liebevoll über Jahre einen Obstbaum heran und eines Tages steht der in leichter Schieflage. Man schaut, was das los ist, denkt erst an den letzten Sturm und wackelt etwas herum und… oh Schreck! Man kann das Bäumchen leicht heraus ziehen und hat einen schick zurecht genagten „Zahnstocher“ in der Hand: Die Wühlmaus hat zugeschlagen.

Da ich schon vieles probiert hatte, darunter handelsübliche Wühlmaus-Schrecks, und da es im Bereich offenbar nicht genügend natürliche Feinde gab, baute ich im letzten Jahr weitere Steinhaufen für Wiesel sowie erstmals auch Sitzstangen für Greifvögel. Ich mähte den Bereich nun komplett, häufiger und kürzer als sonst. Den Mulch entfernte ich um die Bäume herum weitgehend. Die natürlichen Feinde brauchen aber ihre Zeit und ich brauchte schnelle Abhilfe. Doch dann erinnerte ich mich…

Sehr frühe Version meines Wühlmaus-Schrecks

Mai 2019: Erste neue und bereits effektive Version meines Wühlmaus-Schrecks: Eingegrabener leerer Kanister als Schall-Resonator, darin Kunststoff-Fallrohr, darin sich Bambusrohr mit aufgestecktem Windrad. Der Wind dreht nicht nur das Rad, er schlägt es  samt Rohr auch hin und her.

… Ganz am Anfang unserer Oase,  das war 2010 und 2011, versuchte ich mit einigen Tricks, die Wühlmäuse durch Geräusche zu vertreiben. Das kennst du bestimmt: Eingegrabene Flaschen, die mit Wind Geräusche machen oder mit eingesteckten Windrädern im Boden rattern sollen. Da das alles scheinbar nichts brachte – damals war das Biotop auch noch richtig wild – baute ich etwas größere Windräder, in 5l-Flaschen eingesteckt. Doch das half so gut wie nichts.

Nachdem wir wenige Jahre später, so 2014 bis 2015, auf „schamanische Weise“ unseren Frieden mit der Tierwelt erreicht hatten, kamen auch die Schäden durch Wühlmäuse zum Stillstand. Sogar die verabredete Menge von ca. 1/10 Möhren in den Kastenbeeten passte zu unserer Absprache.
Der Frieden währte, bis wir im Sommer 2016 durch einen „Fehler“ im ersten Umzug nach Werder das pure Chaos in unser Leben brachten. Nun war es mit den Wühlmäusen schlimmer als je zuvor und trotz erneutem Umzug Ende 2017 – diesmal war alles in Butter – kam der vermisste Frieden mit den Wühlmäusen noch nicht komplett und dauerhaft zurück.
Im Winter 18 bis Frühling 19 war dann die letzte Grenze für meine Geduld überschritten. Mehrere junge Bäume zernagt bis auf dem Stumpf, 2 konnte ich nicht mehr retten. Nachdem ich mangels besserer Methode nun beinahe täglich in schweren Arbeitsschuhen über alle fraglichen Bereiche stampfte und hier und da mittels Hammer und Spitzpfahl zusätzlichen Lärm in den Boden brachte, war zwar Ruhe. Doch der zeitlich bindende Aufwand erschien mir als „jenseits von optimal“. Also begann ich, die in den Anfangsjahren erdachte Konstruktion grundlegend zu überdenken und auch die bereits erfolglos ausprobierten Ultraschallgeräte brachte ich in meine Überlegungen ein.

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Die Idee für einen neuen Wühlmaus-Schreck

Brainstorm

Immer wieder ging mir der Film DUNE – der Wüstenplanet durch den Kopf. Da hatten sie diese „Plumpser“ zum Anlocken der riesigen Würmer. Im Spiel Half Life 2 wiederum war die gegenteilige Wirkung das Ziel: Abschreckung. Dabei kam ein Mechanismus zum Einsatz, bei dem ein schwerer, senkrecht geführter solider Metallkörper angehoben wurde und dann schlagartig auf den Boden zurück fiel.

Eindeutig wäre eine Stromversorgung nötig und die Konstruktion wäre aufwändig wie teuer. Also musste es kleiner sein, einfacher und billiger und am besten noch ebenso flexibel wie mobil.

Vor Ort hatte ich stets oft starken Wind als verlässliche  Energiequelle, doch ich dachte auch an ruhige Tage und andere Standort, wo vielleicht nie so viel Wind wehte wie bei uns. Auch bei leichtem Wind sollte mein Gerät also ausreichend Geräusche erzeugen, zwischen Bäumen und Hecken funktionieren wie auf freien Flächen. Also musste die Windempfindlichkeit einstellbar sein. Der Geräuschpegel sollte sich vor allem unter der Erde entfalten.
Da Trittgeräusche erwiesenermaßen effektiv waren, musste der erzeugte Schall nicht im Ultraschallbereich liegen, sondern im entgegengesetzten Spektrum, im Bereich Infraschall oder zumindest im auch für Menschen hörbaren, doch tiefenfrequenten Bereich. Und es sollten unregelmäßige Geräusche sein, schlagend oder pochend und nicht durch Rotation wie von einem Windrad erzeugt.

Prototyp

Somit ging es los mit dem Überarbeiten der alten Ideen und der erste Prototyp wurde getestet – mit Erfolg (s. Foto vom Mai 2019). Davon ermutigt baute ich eine leichter installierbare Version in verschiedenen Dimensionen und Abwandlungen, bis eine brauchbare Version stand, die nicht weiter reduziert werden konnte.
Letztlich ging ich von zwischendurch getesteten Kupferrohren mit Ø 28mm oder 22mm wieder zurück auf 35mm. Es zeigte sich nämlich, dass a) die Windfestigkeit nicht gewährleistet und b) der Schlageffekt in dünneren Rohren ebenfalls geringer und damit der Wirkbereich kleiner war (Dennoch gab auch da keine Schäden durch Wühlmäuse).

Mein Wühlmaus-Schreck „ANTI-FU“:
Wühlmaus mit Schall vertreiben, ohne Strom

Hier also stelle ich dir meine kleine wie einfache Erfindung vor, um Wühlmäuse ohne Gift, Gas oder Fallen und dazu stromlos und quasi wartungsfrei zu vertreiben.

Hier einige Bilder, welche die Entwicklung 2019 bis zum finalen Feldversuch zeigen:

Sehr frühe Version meines Wühlmaus-Schrecks

Mai 2019: Effektiver Prototyp: Eingegrabener leerer 20l-Kanister als Schall-Resonator, darin Kunststoff-Fallrohr, darin sich Bambusrohr mit aufgestecktem Windrad

Wühlmaus-Schreck, erste Version mit schon guter Wirkung

Wühlmaus-Schreck „ANTI FU“, erste Version des neuen Typs ohne Kanister und mit 35mm-Kupferrohr

Wühlmaus-Schreck, zweite Version mit besserer Windausnutzung

Version mit mehr Windausnutzung, doch noch nicht stabil genug

vorerst finale und effizienteste Version

Feldversuch, Erfolg und Prognose beim Wühlmaus-Schreck ANTI-FU

Sofort mit dem ersten Aufbau (mit Kanister) ging meterweit herum die Aktivität der Wühlmäuse komplett zurück. Ich war echt angetan. Der Wirkbereich ist beim endgültigen Aufbau etwas kleiner, dafür ist dieser leichter in der Handhabe (nicht unbedingt kostengünstiger).
In bisher allen Testbereichen, die sich zumeist in Obstpflanzungen befinden, ist seit Installation keinerlei Wühlmausaktivität mehr vorzufinden – egal ob ANTI-FU einzeln oder in Gruppen platziert wurde. Dabei stehen manche Aufbauten an Bäumen, an denen ich im Herbst Aktivität vor fand oder wo bereits Opfer beklagt werden mussten und neue Pflanzungen standen. Ich teste: Standfestigkeit des Stamms noch da? (Wackeltest)* Boden am Baum neuerdings aufgelockert?  * vorgefundene Löcher und Gänge für Wühlmäuse typisch? Es hätte ohne ANTI-FU an dem einen oder anderen Baum über den Winter große Probleme gegeben. Eine Hasel, wo vorher aber jahrelang Ruhe war – und eine Birne – in einem erst Anfang Herbst neu erschlossenen Bereich – wackelten beim Test Anfang Dezember plötzlich in aufgelockerter Erde.

Wohin wandern die Wühlmäuse ab?

Egal, aus welchen Gründen die Wühlmaus sich nicht mehr wohl fühlt und abwandert, dies beinhaltet den Versuch territorial auszuweichen. Anders als beim Abtöten durch Fallen wird die Mauspopulation ja nicht ausgedünnt. Kulturen, wo bisher keine Schäden vorlagen, können sofort in Gefahr sein. So konnte ich beobachten, dass eine seit Jahren problemlos heran wachsende Hasel kurze Zeit nach dem Platzieren meines Wühlmaus-Schrecks an Kulturen in der Nähe unterhöhlt und sicher auch bereits angefressen wurde. So platzierte ich dort auch ein Gerät und seitdem ist Ruhe. So erging es ebenfalls einem Birnen- und einem Maulbeerbäumchen.
Letztlich passt sich die Populationsdichte natürlich an die Bedingungen an, doch das braucht eben etwas Zeit; viele Tiere bedeuten auch eine hohe Mortalität, ob durch Fressfeinde oder Platz- / Nahrungsmangel. Die nötige Zeit hatte ich neu erschlossenen Fläche für Obstbäume z.B. bisher nicht gegeben. Nach den bisherigen Erfahrungen teste ich den Zeitraum vom Erschließen bis zur Kultivierung auf bis zu ein Jahr zu verlängern und dann zu vergleichen.

Prognose

Meiner Ansicht nach ist, da die Wühlmausaktivität in allen Fällen seit Aufbau meines ANTI-FU komplett nachgelassen hat, die Prognose recht viel versprechend. Allerdings sind eindeutig Abwanderungssymptome durch Gefährdung nahe stehender, nicht voll geschützter Kulturen zu beobachten.
Es sind weitere Versuche und Beobachtungen erforderlich.

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Bauanleitung und Aufstellanleitung für
Wühlmaus-Schreck ANTI-FU

Benötigte Materialien [meine Wahl] – Update 20.05.20

Die vorerst finale Version besteht aus
– Kupferrohr 1m lang, Ø 35mm, Wandstärke 1,2-1,5mm,
alternativ ein dünneres Fallrohr (z.B. Ø 40mm) + Endkappe
– GFK-Stab 2m, 8mm Durchm.
– PE-Eimer weiß mit Deckel, 5l
– Rohr-Endkappe PP schwarz, für Rohr-Durchm. für 35mm [ebay Art. 321186084015]
oder besser etwas weniger
– 3 Stellringe für Durchm. 8mm [Din 705 A2 AISI 304, ebay Art. 254167077288] – manchmal
sind 9mm besser, sollte der GFK-Stab nicht exakt genug verarbeitet sein

Du brauchst für den Aufbau
– Gummihammer mit genug Gewicht zum Einschlagen des Rohres
– Auflage für das Rohr unter’m Hammerschlag (kleines Brett z.B.)
– optional Spitzpfahl so dick wie das Rohr (bei steinigem Untergrund empfohlen) oder
ein gleichdickes Stahlrohr, zum Vorbohren
– Wasserwaage
– passender Schraubendreher / Inbuschlüssel für die Stellringe (bei mir sind es 4mm Inbu)
– spitze Schere, spitzes Messer oder Bohrer für die Löcher im Eimer

Endkappe und Rohr müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass die Endkappe recht locker sitzt. Also besser etwas kleineren Durchmesser nehmen oder zur Not die Dichtungslamellen etwas anfeilen.
Es ist rein schalltechnisch möglich, ein normales Stahlrohr zu nehmen. Aus Gründen der nützlichen, feinstofflichen Eigenschaften des Kupfers ziehe ich dieses trotz des höheren Preises jedoch vor, außerdem rostest es nicht und ist damit langfristig billiger und umweltfreundlicher.

Konstruktion

Wühlmaus: clipdealer A6296320

1. Windfang

  • Eimer
    Topf und Deckel werden zusammen gesetzt.
    Der Griff wird mittels Messer oder Schere komplett entfernt, der er nicht benötigt wird auch die Funktion stören kann.
    Nun kommt in den Deckel und in den Boden zentral ein ca. 8mm großes Loch – hierdurch wird später der GFK-Stab geführt.
    In den Boden werden kreisförmig am Rand 5-6 Löcher gebohrt, durch die ev. eindringendes Regenwasser ablaufen kann.
  • GFK-Stab und Schlageffekt (Update 20.05.20)
    Etwa 32cm von einem Ende entfernt wird der erste Stellring gesetzt und fest geschraubt, er dient als Stopper am später unteren Ende.
    Habe bemerkt, dass mit mehr Gewichtsverlagerung auf den unteren Stabteil, also was im Rohr liegt, besser für die Wirkung ist. Auch richtet sich das Ganze besser von selbst nach dem Wind aus, auch wenn das Rohr nicht ganz gerade verbaut wurde.
    Stellring Nr. 1: Fixierung des Stabes auf der Rohr-Endkappe. Ich setze den Stellring so, dass das untere Ende des Stabes nur knapp über dem Boden im  Rohr sitzt. Damit ist die Position bei ca. 95cm der Gesamtlänge des Stabes, von unten gerechnet. Direkt unter diesen Stellring wird nun die Endkappe gesetzt (Achtung, Rohr ist später darunter, also richtig herum setzen).
    Stellring Nr. 2: Schlagoptimierung. Ganz unten am Stab wird dieser Stellring gesetzt, somit entsteht ein Schlagpendel von Stahl auf Kupfer. Ist effektiver als nur der Stab auf Kupfer, was vor allem bei nur leichtem Wind auffällt.
    Stellring Nr. 3: Eimer-Position. Bei ca. 40-50cm von oben gesehen wird der dritte Stellring gesetzt.
    Darüber wird der Eimer positioniert. Dabei ist der Deckel unten oben.

Damit ist der Windfang fertig.

  • Drehbewegung nutzen? Es kann sein, dass der Stab sich im Sturm leicht verbiegt, weswegen eine komplexere Konstruktion mit Windspiel am Eimer (-> Rotation des Windfangs -> Rotation des Stabes) sowie Ersatz des mittleren Stellrings durch ein kleines Kugellager mit Gehäuse (Link) bereits getestet wurde. Preis/Wirkung ist bisher nicht überzeugend. Es scheint mir besser, durch die optimierte Position des Windfangs das Verbiegen des Stabes zu vermeiden oder eine starre Metallstange zu nutzen. Dabei muss dann wohl alles mit 8mm Bohrung / Stellring an 10mm angepasst werden, denn dünnere Stangen mit 2m Länge habe ich noch nicht gefunden.
    Eine andere Möglichkeit, zumindest in die momentane Windrichtung zu drehen, wäre der Zusatz eines einfachen Windruders an der Stange.

2. Der Resonator (Rohr mit Endkappe)

  • Bei steinigem Untergrund kann das Rohr beim Einschlagen Schaden nehmen. Nutze dann zum Vorbohren Spitzpfahl oder Stahlrohr: Mit Gummihammer und Holzaufklage wird ein senkrechtes Loch (Wasserwaage) von ca. 50cm Tiefe geschlagen.
  • In das Loch wird das Kupferrohr geführt und leicht fest geschlagen, dann die Erde rund um das Rohr fest getreten / gehämmert.
  • Die bereits gebohrte Endkappe kommt oben ins Rohr.

Fertig ist der Resonator.

3. Komplettierung: Windfang und Resonator

  • Setze nun den Windfang samt fixierter Endkappe in das Rohr ein, bis die Endkappe im Rohr locker drinnen sitzt.

Fertig ist die Konstruktion, die ich scherzeshalber „ANTI-FU“ nenne.

(Ist ein Wortspiel, „Vu“ heißt „gesehen“ und „Vole“ heißt Wühlmaus, darum ANTI-FU von VOLE SOLUTIONS -> Die Wühlmaus war nicht mehr gesehen.)

4. Funktion des Schlagmechanismus prüfen

Prüfe nun die Funktion, indem du ein Ohr an die Stange hältst und dabei den Windfang antippst, wie vom Wind bewegt. Dieses unsympathische Schaben und Schlagen hört die Wühlmaus bei Wind, nur subjektiv viel lauter als du.

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Der Einsatz vor Ort – wie bewährt sich der Wühlmaus-Schreck ANTI-FU ?

Geräuschentwicklung

Schlägt ANTI-FU an, weht also ein Wind, ist ein Klacken in der Stange meterweit zu hören. Dieses Geräusch ist allerdings um ein Vielfaches leiser und weniger störend als die in der unterirdischen Wühlmaus-Zielzone erzeugten Geräusche. Bei Bedarf kannst du den Windfang heraus ziehen, etwa wenn du Besuch hast. Vielleicht lässt du aber alles wie gehabt, um stolz deine neue Wühlmaus-Abwehr vorzuführen :).

Wühlmaus-Schreck, Endversion ANTI VU, Erdrohr mit eingebautem Schwingstab

In Erde versenktes Kupferrohr (Resonator), darauf platziert der Windfang

Wühlmaus-Schreck, Endversion ANTI VU, Schwingstab mit aufgebautem Windfang

Der Eimer am oberen Ende des GFK-Stabs = Windfang

Wühlmaus-Schreck, Endversion ANTI VU, aufgebauter Windfang von oben

Der Windfang von oben, mit drittem Stellring als Stopper

Gesamtansicht: Wühlmaus-Schreck für leichten Wind konfiguriert

Wühlmaus-Schreck ANTI-FU sturmsicher konfiguriert

Wühlmaus-Schreck ANTI-FU sturmsicher konfiguriert

Verlässlichkeit, Stabilität, Wirkbereich, Kosteneffizienz, Verbesserungspotential

Benötigte Windstärke
Wenn der Windfang gut auf dem Resonator sitzt, sollte euch leichter Wind genügen. Bewegt sich der GFK-Stab zu schwer, kann es helfen, die Endkappe etwas weiter aufzubohren. Bohre das Loch nur so weit, dass der Stellring noch gut sitzt oder sichere diesen auf der Endkappe mittels Unterlegscheibe.
In windärmeren Regionen kann ein größerer Eimer als 5l Volumen helfen, oder 2 untereinander – hier muss unbedingt darauf geachtet werden, das Gleichgewicht zwischen Eimer, GFK-Stand und Hebelwirkung im Resonator nicht zu verlieren.

Stabilität
In der dargestellten Variante ist der ANTI-FU bereits stabil und sollte viele Jahre ohne Materialersatz seinen Job machen.
Ich nutze GFK-Stäbe, weil sie schwingen und die erzeugten Geräusche damit nerviger für die Wühlmaus sein dürften als mit starren Stäben erzeugte.

Sturmsicherheit
Vor einem Sturm kannst du mittels des 2. Stellrings die Position des Windfangs am GFK-Stab einstellen. Je stärker der Wind weht, desto weiter unten kann oder sollte der Windfang platziert sein. Bei Sturmgefahr kann die Position ruhig im unteren Viertel liegen (siehe Foto).
Zusätzlich kann der GFK-Stab durch ein 8mm dickes Edelstahlrohr ersetzt werden.

Wirkbereich
Theoretisch kann der Wirkbereich vergrößert werden, indem die gesamte Konstruktion einfach größer dimensioniert wird. Hierbei muss sich dann zeigen, wie das jeweilige Kosten-Nutzen-Verhältnis ist.

Nebeneffekte
Veränderungen im von der Wühlmaus besiedelten Bereich ziehen naturgemäß eine Verhaltensänderung der Wühlmaus nach sich. So wird sie aus vertriebenen Bereichen fliehen und alternative Orte suchen, wo sie ungestörter ist. So kann es durchaus passieren, dass ein jahrelang ungefährdeter Baum plötzlich auf dem Wühlmaus-Radar ist. Indem man nun dort ebenfalls mittels ANTI-FU gegensteuert, kann man Stück für Stück die Wühlmaus ganz los werden.
Mit der Zeit, passt sich die Wühlmauspopulation den neuen Bedingungen an. Weitere Maßnahmen – siehe „Permakultur“ – helfen dabei.

Kosten / Nutzen
Mit ca. 20€ pro Aufbau ist man dabei, für kleinere Zonen und vor allem Lieblingsbäume ist das kein Problem. Auf Masse geht man mit dem Teil sicher nicht, dafür ist es auch nicht konzipiert und dafür plane ich auch bereits etwas anderes.

Einsatzeignung
Wenn man nicht dauernd neue Batterien kaufen will, oder wenn die batteriebetriebenen Wühlmaus-Schrecks wie bei uns nicht helfen, ist mein ANTI-FU stets eine denkbare Alternative. Allerdings muss stets wenigstens leichter Wind vorhanden sein.
In Hausgarten und Kleingarten ist der Einsatz sinnvoll, wenn andere Maßnahmen nicht oder ungenügend greifen und der erzeugte Geräuschpegel“ (auch den Nachbarn) nicht stört.
In exponierter Lage, wie im Selbstversorgergarten und auf Streuobstwiesen, gibt es wohl kaum Alternativen, da die batteriebetriebene Variante viel zu aufwändig, auf Dauer teuer und nicht umweltfreundlich ist.
Auf gängigen Obstplantagen, da man hier auf Masse geht, steht meinem ANTI-FU sicher das Kosten-Nutzen-Verhältnis entgegen.

Unterschiede zu marktüblichen Wühlmaus-Schrecks
Einmal ist meine Version ungleich größer und nicht in 1min aufgestellt. Dabei sind die Kosten pro Einheit geringer. Traut man nun den Angaben der Hersteller, wäre der Wirkradius meines ANTI-FU vergleichsweise gering. Doch die Praxis zeigte, dass dem nicht so ist, da die marktüblichen Geräte sehr viel weniger weit wirken als angegeben (wen überrascht es, würde ja sonst auch keiner kaufen).
Dann gibt es noch diese kleine Drehvorrichtung für ca. 70€, die mir von der Grundidee her eigentlich gefällt. Ich halte den Aufbau jedoch für zu leicht und klein und es dreht immer noch, statt zu schlagen.
ANTI-FU erzeugt Schlag- und Schleifgeräusche, und zwar ordentlich. Als Wühlmaus würde ich das Weite suchen, doch interessanterweise macht die Geräuschkulisse dem Maulwurf nichts aus. ANTI-FU braucht keine Platzierung in einem Wühlmausgang, was viel Mühe spart. Es hält material- und konstruktionsbedingt sehr lange. Es braucht keine Batterien. Es ist justierbar und kann somit der erwarteten Wetterlage angepasst oder auch ganz deaktiviert werden. Es sieht nicht so toll aus, stimmt. Aber nach genug Leid durch Wühlmäuse sieht selbst Anja das locker und freut sich immer über ein „plong“.

Immer Plan B
Weitere Maßnahmen empfehle ich allerdings grundsätzlich, siehe „Permakultur“ – denn der Mix aus verschiedenen Maßnahmen hat wie immer die besten Chancen auf Erfolg.

Reichweite und Kosten

Die aktuell sichere Reichweite beträgt ca. 2,5m-3m im Radius, kann durchaus aber weiter reichen. Je mehr der Geräte im Bereich stehen, desto mehr verstärken sie sich gegenseitig und je weiter müssten sie auseinander stehen können, bis zu einem noch zu ermittelnden Maximum.

Die aktuellen Kosten liegen bei ca. 20-22 Euro pro Gerät bei den o.g. Materialien und bei Endverbraucherpreisen.

Nachbau erlaubt und erwünscht

Keine Bange, weil ich dauernd ANTI-FU erwähne! Ist nur ein Spaß von mir, weil ich gern Produktnamen erfinde. Du bist herzlich eingeladen, das Ganze nachzubauen, abzuändern und uns deine Erfahrungen mitzuteilen.

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„Kenne deinen Wurzelfresser“: Zur Lebensweise der Wühlmaus

Frei gelegtes Nest mit jungen Wühlmäusen

Frei gelegtes Nest mit jungen Mäusen

Die Wühlmaus oder Schermaus lebt weitestgehend unterirdisch und ist 100%iger Veganer. Sie frisst verschiedenste Pflanzen: Wurzeln, Knollen, Rinde und Blätter gehören auf den Speiseplan. Am liebsten scheint sie sich neben Wildkräutern und -stauden auf Obstbäume zu stürzen, besonders die „Edelsorten“ haben es ihr angetan und dabei ganz voran solche, die nicht ganz gesund und damit schwach sind. Da die Wühlmaus ein guter Schwimmer ist, sind schlecht angelegte Folienteiche in großer Gefahr – unbedingt ausreichend dickes Teichvlies nehmen und kein billiges Trennvlies. Ich spreche aus Erfahrung…

Pro Jahr wirft die Mausmama mehrere Male im Abstand weniger Wochen, wodurch bei guten Bedingungen die Population rasant anwächst. Das Nest ist meist etwas tiefer in der Erde angelegt, kann aber auch direkt unter schützenden Brettern und Steinen aufgefunden werden, wie wir einmal bei Umbauarbeiten entdeckten (siehe Foto). Die Mama brachte sie in sichere Tiefen, nachdem wir die Bretter nochmal für eine Weile darüber legten.

Da die Wühlmaus keinen Winterschlaf hält, muss sie das ganze Jahr über Futter beschaffen. Aufgrund weniger Aktivität durch den Gärtner besteht über die kalten Monate eine erhöhte Gefahr, umso mehr in wilden Wintern. Zwar lagert die Wühlmaus im Herbst eine Menge Wildkräuter ein, indem sie zum Beispiel Knollen sammelt. Doch früher oder später hat sie Appetit auf andere Leckereien.

Konsumiere und vermehre dich!
Das Gangsystem ist weit reichend und eine einzige Mausfamilie kann einen ganzen Hausgarten und noch mehr Fläche einnehmen. Obwohl die angelegten Gänge recht willkürlich angelegt erscheinen, steckt doch ein System dahinter. Wie alle Tiere sind wohl auch Wühlmäuse echte Gewohnheitstiere. So entdeckte ich im letzten Sommer direkt neben einem Obstbäumchen einen Gang und trat ihn zu. Kurz drauf war er wieder aufgewölbt. Das wiederholte sich einige Male. Also entschied ich mich, das Obstbäumchen einen halben Meter umzusetzen und seitdem hat der Wühlmausgang seine Position nicht verändert. Dem Bäumchen geht es gut.

Die taktische Wühlmaus.
Bei Ausgrabungen unter und um zernagte Bäumchen herum stellt ich fest, dass, wie die Wühlmaus einen Obstbaum erschließt, durchaus Methode hat. Zuerst erweitert die Maus ihr Gangsytem bis ca. 1-2 Meter vom Stamm entfernt, unweit eines neuen Eingangsloches. Von dort geht ein Gang etwas später in ca. 30-50cm Tiefe zum Obstbaum-Kernwurzelbereich entlang und stoppt dort ca. 30cm vor Stamm/Kernwurzel. Hierbei nagt sie wohl auch bereits entdeckte Wurzeln ab. Baustop. Tage später: Der Gang wird erweitert, ringförmig um etwa den halben Baum herum. Dann wird – wiederum Tage später – von diesem „Operationsring“ aus ein einzelner Gang gezielt zur Kernwurzel des Baumes angelegt. Jetzt ist es die letzte Ruhe vor dem finalen Schlag und dann… ist ein neuer Zahnstocher fertig.

Kein Feind, kein Ehr‘.
Die Wühlmaus hat neben Gärtners göttlichem Zorn zahlreiche natürliche Feinde. Darum mag sie es wie alle Mäuse, wenn sie sich gut verbergen kann und entsprechend braucht sie alle paar Meter Rückzugszonen mit hohem Gras oder dichten Sträuchern. Je weniger eine Fläche bewirtschaftet wird, desto lockerer ist der Boden und wird nicht durch Tritt- und Arbeitsgeräusche erschüttert – auch das kommt der Wühlmaus zum Leidwesen aller Permulturbefürworter  – mich eingeschlossen – sehr entgegen.

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Permakultur und die Wühlmaus – Pro und Contra

Die nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung halte ich grundsätzlich besser als zu giften und zu morden.
Davon abgesehen will ich nun einige Aspekte der Permakultur beleuchten und sehen, welche Auswirkungen diese möglicherweise auf die Wühlmaus-Population haben.

Fressfeinde der Wühlmaus fördern

Mäusebussard sitzt auf Ast

Mäusebussard (clipdealer-2906509)

Im Hausgarten sind Hund und Katze wohl die wichtigsten Helfer, denn das Mauswiesel und andere kleine Marderartige werden sich nur schwer ansiedeln wollen oder können und Greifvögel sind meist auch die Ausnahme. Dennoch kann man es mit einer Greifvogel-Sitzstange probieren.

Im Außenbereich wie bei uns sind die Probleme wie auch die Möglichkeiten etwas anders. Es können platzbedingt mehr natürliche Feinde ins Terrain eingeladen werden.

Sitzstange für Greifvögel an Brombeer-Gerüst

Solche Sitzstangen dienen Greifvögeln als Jagdsitz

Greifvogel-Sitzstangen sind in vielen Obstbauanlagen seit jeher eine wichtige Methode zur passiven Mäusebekämpfung. Mäusebussard, Turmfalke und Co. nutzen die Sitzstangen als Jagdsitz. Voraussetzung für die Wirksamkeit sind meiner Erfahrung nach drei Faktoren: 1) genug Höhe, 2,5m sollten es mindestens sein, 2) möglichst wenig Störung am Tage und ist 3) ein kurz gehaltener Bodenbewuchs um die Bäume herum. Greifvögel wie der Mäusebussard bleiben auch den Winter über hier.

Mauswiesel in aufrechter Haltung im hohen Gras

Mauswiesel (clipdealer-4666300)

Das Mauswiesel siedelt sich gern in Steinhaufen und in oder unter Holzstapeln an. Die kleinste bei uns heimische Marderart ist der wohl spezialisierteste Wühlmaus-Jäger, den man sich vorstellen kann. Er jagt die Wühlmäuse vornehmlich in ihrem eigenen Gangsystem. Leider folgt er uns nicht wie der Steinmarder so freimütig in den Siedlungsraum. Daher sind die Einsatzgebiete des Mauswiesels wohl eher extensive Kulturflächen mit genügend Versteckmöglichkeiten.
Durch das Anlegen geeigneter Verstecke kannst du das Mauswiesel  fördern. Denke dabei daran, dass diese Tiere auch Wasser brauchen. Das Mauswiesel hält keinen Winterschlaf.

Wildtiere sind misstrauisch
Man sollte es übrigens bei allen Wildtieren besser unterlassen, Gegenstände, vor allem farbige, dauernd hin- und her räumen. Nach jeder (optischen) Veränderung halten sich zahlreiche Wildtiere eine Zeit lang fern.

Ein Gartenteich sorgt für die Anziehung vieler Tiere von ganz klein bis groß und erfreut jeden Beobachter. Es dauert oft nur wenige Wochen, bis sich eine neue Wasserstelle herum gesprochen hat und man staunt über die schnell steigende Artenvielfalt im Garten. Eine Wildkamera zeigt dabei echte Überraschungen.

Regelmäßige Maht – Maus in Sicht! Wichtig ist weiterhin, den Bewuchs regelmäßig kurz zu halten. Je nach Bewuchsdichte können 5-8cm schon zu viel sein, denn gerade junge Mäuse sind dann kaum noch wahrzunehmen und dann finden Greifvögel und auch manche, am Boden jagende Tiere die Mäuse nicht gut. Auch hier topt das Mauswiesel wieder: Es sucht selbst im höchsten und dichtesten Wildwuchs fleißig nach den Eingangslöchern zu Wühlmausgängen und geht im Gangsystem auf die Jagd. Da sieht wirklich putzig aus, wenn das Mauswiesel wie ein kleines Eichhörnchen umher huscht und plötzlich lukt es aus hohem Gras hervor, nur um blitzschnell wieder abzutauchen und in einem Wühlmausloch zu verschwinden. Guten Appetit!

Ablenkpflanzen sollen Wühlmause von Obstkulturen ablenken – klappt das wirklich?

Es gibt da sehr unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen. Bei uns hat das bewusste Pflanzen von Ablenkpflanzen wie Topinambur sowie das Nichtmähen zugunsten von Löwenzahn und Wildmöhre das Wühlmausprobem eher verschlimmert. Ich bin selbst ein begeisterter Permakultur-Freund. Doch manchmal geht es eben nicht wie erträumt.

Auch nahe Hecken und Sträucher ziehen leider die Wühlmäuse magisch an. Bei der Gestaltung muss man also Kompromisse eingehen.

Abschreckung gegen Wühlmäuse durch spezielle Pflanzen und ihren Geruch?

Permakultur: Unterpflanzungen an Obstbäumen

Permakultur: Unterpflanzungen an Obstbäumen, rechts an einer Aprikose u.a. mit Knoblauch, Meerrettich und Königskerze

Knoblauchzehen zerdrückt in die Gänge legen, das klappt schon. Habe ich jahrelang gemacht, sowohl in meiner Wurmfarm, wie in Beeten und offenen Bereichen. Und es hat immer für etwa 4 zu 6 Wochen Wühlmaus und Maulwurf ein kleines Stück weit fern gehalten. Doch leider sind die Tiere ja nicht doof; die machen die Gänge zur Not halt zu und graben um den „Stinkergang“ herum einfach neu. Besonders der Maulwurf kann in trockenen Sommern alles ihm sonst Abträgliche hinnehmen; der Hunger schaltet dann offenbar sogar seine sonst typische Vorsicht weitgehend ab.

Das Bepflanzen der Baumscheiben mit Zwiebel, Knoblauch, Kresse und Rettich wiederum bringt überhaupt keinen Abschreckungseffekt. Im Gegenteil, die Mäuse wissen was gesund ist und wir haben wohl auch russische; neben Meerrettichwurzeln war auch hier und da Zwiebel und Knoblauch angenagt – seltsam, denn die Knollen in den Gängen funktionierten! Die weiterhin zitierte Kaiserkrone testete ich bisher nicht; sie gehört einfach nicht ins Biotop und ist mir darüber hinaus zu teuer für eine Flächenlösung. Im Staudenbeet allerdings wäre die Pflanze vielleicht einen Versuch wert.

Mulchen – gut bei Wühlmaus-Gefahr?

Unter dem Mulch versteckt sich die Maus vor Fressfeinden nur allzu gern und im Winter hat sie es dort schön warm.
Zumindest sollte der Mulch im Herbst auf höchstens 3cm Höhe reduziert werden und hier und da gänzlich den Boden frei geben, damit er nicht allzu sehr arbeiten und wärmen kann. Im Sommer werden die Wühlmäuse durch Gartenarbeiten öfter gestört, da sind zumindest Mulchinseln kein großes Problem. Das großflächige Mulchen halte ich bei aktuten Wühlmausproblemen für fraglich.

Standort und Sortenwahl: Frisst die Wühlmaus an jedem Obstbaum?

Wildobst ist u.a. wegen der zahlreichen Gerb- und Bitterstoffe deutlich weniger gefährdet als Kultursorten, die nicht nur uns Menschen, auch den Mäusen sichtlich besser schmecken. Darüber hinaus ist Wildobst um Längen besser in der Selbstheilung und Abwehr von Pilzen und anderen Erregern. Wurzelschäden steckt Wildobst daher gut weg und bleibt dabei meist gesund und wuchsfreudig.

Damit Obst widerstandsfähig ist und bei Verletzungen schnell die Wunden heilt, muss die Sorte gut mit dem Standort zurecht kommen. Auch bei Wildobst muss diese Grundregel beachtet werden.

Frühestens nach einem Jahr weit man mehr, nachdem die Pflanze alle Jahreszeiten erlebt hat. Schwächelt sie dann bereits, ist dieser Kurs oftmals endgültig.

Die Wühlmaus geht wie alle „Schädlinge“ gern an schwache Bäume. Doch manchmal ist eine Schwäche nur vorübergehend, etwa in der Eingewöhnungszeit nach der Pflanzung oder nach untypischen Wetterextremen. Das unterscheidet die Wühlmaus leider nicht, soweit ich sagen kann.

Die bekanntesten Faktoren für einen Standort sind Temperatur, Niederschläge, Sonnenlauf, Wind, Spätfrost, Bodenwerte (ph, Struktur, Nährstoffe).
Weniger bekannt ist das Wissen um die Wirkung von Pflanzengemeinschaften, welche Vor- und Nachteile mit sich bringen können. Das Wissen um die „Allelopathie“ hilft weiter.
Viel weniger be-kannt, dabei sehr rele-vant, ist die geomantische, also von der Erde selbst ausgehende, energetische Qualität am Standort. Dafür brauchst du, hast du es nicht „im Blut“, neben theoretischem Wissen auch entsprechende Übung. Darüber hinaus hilft dir die Natur vor Ort. Denn Pflanzen und Tiere sind oftmals „Anzeiger“ für sogenannte neutrale, links- und rechtsdrehende Felder. Das ist nicht politisch gemeint ;).

In der Tat stelle ich immer wieder fest: Pflanze ich an einer für die Pflanze sehr guten Stelle, ist die Gefährdung  durch Wühlmäuse und andere „Schädlinge“ beeindruckend gering. Die geomantische Begehung und Kartografierung des Grundstücks VOR geplanten Pflanzungen kann also viel Arbeit, Geld und Frust sparen!
Doch auch bei schon vorhandenen Pflanzungen kann man oftmals noch korrigierend eingreifen. Manchmal ist eine Ortskorrektur von weniger als einem Meter bereits ausreichend. In anderen Fällen müssen meterweise Bestände umgesetzt werden. Zum Glück gibt es für jeden Topf einen passenden Deckel. So gilt die Grundregel, dass dort, wo Kernobst nicht gut gedeiht, sich Steinobst umso wohler fühlt – geomantisch gesehen!

Fazit: Pro und Contra für die Eindämmung der Wühlmäuse

pro
natürliche Feinde fördern | Bewuchs kurz halten | für Standort geeignete Sorten -> optimal Wildobst

contra
kräftig mulchen, vor allem im Winter | Unterpflanzungen,  Ablenkpflanzen / Geruch-Abschreckpflanzen | ungeeignete Sorten, voran Edelobst

Passen Standort und Pflanze gut zusammen, ist ein Schaden durch Wühlmäuse eher unwahrscheinlich. Schlägt die Wühlmaus also zu, frage dich vor dem Zorn: Was habe ich wohlmöglich falsch gemacht?

Weitere Möglichkeiten der Vertreibung der Wühlmaus:
Karbid und Buttersäure

Fakt ist: Der unangenehme Geruch hilft, im Fall der Buttersäure gegen eigentlich alles was so herum läuft, mich eingeschlossen. Aber was hat das hier in der Permakultur verloren. Ist auch nicht mein Ding, hier den Gasmann oder Faule-Eier-Matscho mit Schutzhandschuhen zu spielen. Ich wollte es nur mal anbringen. Du findest auf anderen Seiten und auf Youtube einiges dazu.

Fazit: Vertreiben der Wühlmaus und Populationskontrolle
mit sanften Methoden

Durch den bisherigen, deutlichen Erfolg m

einer Eigenkonstruktion des Wühlmaus-Schrecks „ANTI FU“ kann ich mich nun trauen, testweise mehr Unterpflanzungen und Blühweiden um die Bäume herum gedeihen zu lassen und/oder wieder ordentlich zu mulchen. Wenn das gelingt und auch wilde Pflanzungen, wo nicht gemäht wird, einzig durch die Konstruktion geschützt werden können, wäre die Permakultur mit der Wühlmaus gleich viel besser vereinbar.

Insgesamt erscheint mir ein Mix aus richtiger Biotopgestaltung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse natürlicher Feinde und einer akustischen Abwehr, wie mein Wühlmaus-Schreck ANTI-FU, optimal. Um Wühlmäuse schonend, doch dauerhaft aus Kulturen fern zu halten, muss man also nicht zu Gift oder Falle greifen und auch nicht den Boden vergasen.

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