Jiaogulan – Kraut der Unsterblichkeit

- zuletzt geändert am 5.Dezember 2019

Dieses wunderbare Heilpflanze entdeckte ich noch vor unserem Blogstart 2012, als es noch „Sieben Sterngedanken“ hieß. Irgendwie ging der Beitrag beim Umzug leider verloren und nun, nachdem wir am letzten Wochenende mit dem Setzen weiterer Frühblüherknollen diese sehr arbeitsintensive Gartensaison „offiziell beendet“ haben, gibt es ihn nun neu.

Die ursprünglich aus dem südlichen China stammende, wild wachsende und auch angebaute Heilpflanze „Jiaogulan“ wird wegen ihrer Wirkungsweise auch Kraut der Unsterblichkeit“ genannt. Mit dem wissenschaftlichen Namen Gynostemma pentaphyllum versehen, wird der Jiaogulan der Pflanzenfamilie der Kürbisgewächse zugeordnet.

Jiaogulan im GartenDie Verwandschaft kann man gut erkennen, vor allem dann, wenn der Jiaogulan sich frei ausbreiten kann. Dann nämlich rankt er kürbisartig am und nahe über dem Boden und findet mit seinen Ranken praktisch überall Halt. Allerdings klettert er freiweillig nicht sehr hoch, dazu muss man ihn führen.

In China ist der Jiaogulan seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt. Bereits vorher dokumentiert, doch eher als Nahrungspflanze empfohlen, hielt die Heilpfanze erst vor einigen Jahren Einzug in die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Grund dafür ist laut Quellen, dass die TCM aus Zentralchina stammt und der Jiaogulan, der dort erst Einzug hielt, lange Zeit nicht gebührend berücksichtigt wurde.

Heilwirkung des Jiaogulan

Der Heilpflanze werden eine ganze Reihe positver Wirkungen zugeordnet, wie etwa bei

  • Erkältung
  • Entzündungen
  • Hyperviskosität (herabgesetztes Fließvermögen des Blutes)
  • chronischer Bronchitis
  • Diabetes
  • Krebserkrankungen (unterstützend)
  • Erschöpfung
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufbeschwerden

Dabei sind u.a. folgende Wirkungen bekannt:

  • cholesterinsenkend
  • antikanzerogen (gegen Krebs helfend bzw. vorbeugend)
  • antimutagen
  • gerinnungshemmend (antithrombotisch)
  • immunstimmulierend
  • entzündungshemmend
  • antioxidativ
  • stressvorbeugend (Adaptogen)
  • kreislaufstärkend

Die sogenannte adaptogene Wirkung bedeutet, dass bestimmte Inhaltstoffe sich an die Situation im Körper anpassen (adaptieren) und somit über eine ganze Bandbreite unterstützend und damit stressmindernd helfen.

Ernte und Verwendung des Jiaogulan

Es können die Blätter und auch komplette Triebe einfach abgeschnitten oder gerupft und dann wie üblich getrocknet oder frisch verwendet werden.

Selbst esse ich gern einige frische Blätter zwischendurch, zur schnellen Erquickung oder etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen. Besser schmecken tut mir der Jiaogulan allerdings als Tee, aus frischen oder getrockneten Blättern, wobei die frischen hier gewinnen, Auch kombiniert mit Hanfblättern, Grüntee oder/und grünem Hafer ist für mich der Tee ein echtes Geschenk voller Vitalität und Genuss.

In der Küche kann der Jiaogulan an Salate gegeben werden und wer es mag, kann ihn auch an Kräuterquark probieren (nicht so meins). Wen der leicht süßliche Geschmack mit einem Hauch Lakritznote nicht stört kann den Jiaogulan auch an Speisen dazu geben.

Konservierung

Das Trocken der Blätter und Treieb geht problemlos und sehr schnell, in einer Liga mit dem heimischen Giersch. Das Einfrieren ist mir noch nicht gelungen; wie bei Rauke und Basilikum gehen Struktur und Geschmack leider weitgehend verloren.

Anbau und Pflege

Beachtet man einiges Grundsätzliches, ist der Jiaogulan sowohl ganzjährig im Topf als auch saisonal im Garten und auf dem Balkon eine recht anspruchsarme Pflanze, die sehr leicht vermehrt werden kann.

Keine volle Sonne

Der Jiaogulan mag es eher halbschattig, direkte Sonne setzt ihn erfahrungsgemäß schnell unter Stress. Dann rollen sich die Blätter ein und das Wachstum gerät ins Stocken. So habe ich die Pflanzen in der Wohnung nach anfänglichen Versuchen von der Südfensterbank nehmen müssen. Inzwischen gedeiht der Jiaogulan nach anfänglichen Fehlschlägen auch im Garten. So können wir natürlich ganz andere Mengen anbauen.

Winter und Spätfrost

Sich schnell erwärmende Böden, die exponiert (und damit windig) liegen und somit ebenso schnell abkühlen, sind keine gute Wahl. Dazu zählen vor allem exponierte Hochbeete. Denn zum einen friert der Boden in exponierter Lage durch Wind sehr schnell und tief durch, wodurch der nicht allzu frostharte Jiaogulan teilweis eoder sogar ganz erfrieren kann. Zum anderen treibt er bei schneller Erwärmung frühzeitig aus und Spätfrost lässt ihn wieder abfrieren, was ihn Reserven kostet und, auch wenn er sich schnell erholen kann, doch weniger Ernte ermöglicht.

Besser ist es also, einen eher halbschattigen, windgeschützten und im Beet eher bodennahen als hochgelegten Platz zu wählen. So treibt der Jiaogulan zwar etwas später, dafür aber auch vor Spätfrost geschützt aus und der Boden friert im Winter nicht zu tief durch. Zum Schutz kann über den Winter eine 5-8cm Mulchschicht ausgebracht werden, z.B. aus grober Wiesenmaht (optimal mit der Sense oder Sichel geernet), Rindenmulch und Laub sind auch sehr gut geignet – nur luftig sollt es unbedingt sein und auch nach Niederschlägen bleiben. Maht aus dem Räsenmäher ist eher ungeeignet, im Wechsel mit groben Schichten geht es allerdings. Diese Grundregel gilt übrigens auch für den Kompost!

Boden / Substrat und Düngung

Da der Jiaogulan keine Pionierpflanze ist scheiden magere Böden und Substrate aus. Diese sollten eher humus und durchlässig sein und Wasser gut speichern können. Eine Mischung aus normaler Gartenerde mit einer Beigabe von Kokosfasersubstrat geht ebenso wie die Beigabe von Lehm – aber Vorsicht, durch dessen Eigengewicht muss bei Balkonkästen eventuell die Verankerung verstärkt werden.

Die Erstdüngung kann mittels Beimischung von reifem Kompost bereits bei der Pflanzung erfolgen – bitte gleichmäig im Boden verteile und keinesfalls bei der Pflanze konzenrieren! Wir wollen die Neuwurzelbildung anregen und nicht verwöhlen.

Eine Düngung kann je nach Bedarf, in der Regel ein Jahr nach der Pflanzung und ab da mindestens 2-3mal von Frühsommer bis Spätsommer erfolgen. Ich setze gern eine Kräuterjauche aus Brennnessel und Beinwell an und Wurmkompost ist immer sehr gut, auch als Flüssigdünger. Dünger in Flüssigform spart eine Weile das Umtopfen und im Garten erledigen Regenwürmer einen Großteil der Nährstoffauffrischung, sofern diese von unten in die Pflanzung gelangen kommen. Bei auf dem freien Boden stehenden Kübeln und Kastenbeeten rate ich zum unbedingten Einsatz eines Wühlmausschutzgitters.

Chemie – nein Danke!

Von chemischen Düngern rate ich grundsätzlich ab, nicht nur bei Neupflanzungen, deren neue und zarte Wurzeln durch Kunstdünger „verbrennen“ können.
Die Anzahl von Stoffen und deren (auch energetische) beschaffenheit kann nie und nimmer künstlich nachgebaut werden, viel zu komplex und bisher nicht ansatzweise ganz erforscht sind die Zusammenhänge. Wie die Biophotonenforschung immer wieder aufzeigt, haben mit Künstdünger gezogene Pflanzen eine gerade lächerlich niedrige Zellstrahlung und dieses Niveau nehmen wir als Nahrung auf. Also, bitte immer die Natur machen lassen, nur da ist alles drin was auch gebraucht wird. Das gilt auch für den Einsatz von Kräutertees und – Jauchen. Und es gilt: Wir düngen den Boden und nicht die Pflanze! Anders ausgedrückt, das aktive und gesunde Bodenleben ist wichtig, dann geht es auch der Pflanze gut.

PH-Wert

Meinen Erfahrungen zufolge kommt der Jiaogulan sowohl mit leicht saurem, neutralem und leicht basischem Mileau prima zurecht und somit kann er auf allen Substraten und Böden, auf denen auch Giersch, Frauenmantel und andere Heilpflanzen gedeihen, dies ebenfalls.

Wasser, Wasserspeicher und Wasserbelebung

Grundsätzlich ist Regenwasser jedem Wasser aus Leitung oder Brunnen vorzuziehen. Beim anhaltenden „Klimawandel“ , gleich ob natürlichen oder künstlichen Ursprungs, sollte auch mehr und mehr auf Oberflächenwasser aus Seen und Flüssen verzichtet werden.
Nicht nur wegen des niederigen Kalkgehalts, auch der Umwelt zuliebe lohnt es sich, immer über genügend Regenwasserreserven zu verfügen und vielleicht ersetzt man die gute, alte 200-Tonne doch besser gegen einen IBC-Tank mit 500cm³ oder gleich einen Kubikmeter. Zum optischen Kaschieren gibt es Weidenmatten. Leider sind diese Tanks wie Regentonnen erst nach dem letzten Frost sicher einsatzbereit. Wer es also bautechnisch und monetär realisieren kann, kann schon vorab die regenreicheren Monate über Herbst und Winter nutzen, um in einem metertief liegendem PP-Tank großzügig vorzusorgen.

Gut strukturiertes und energiereiches Wasser gibt Lebewesen viel mehr Vitalität als normales Leitungswasser oder stehendes Wasser aus der Regentonne. Das kann man leicht und preiswert korrigieren! Bei der sogenannten Belebung von Wasser geht es grundsätzlich darum, dem durch Leitungsdruck und rechte Winkel an Struktur und Energie verlorenem Wasser eben diese zurück zu geben und dabei, wenn möglich, an die Güte natürlichen Wassers wie Quellwasseroder verwirbelten Wassers heran zu kommen. Wir selbst nutzen dazu die von uns selbst entwickelten MSQ-Produkte, sowohl zu Hause wie auch im Garten. Die Ergbnisse sind oftmals verblüffend.

Jiaogulan im Garten

Jiaogulan im Garten, Ende September: gute Ernte und kein Schneckenfraß dank Homöopathie

Konkurrenz durch Wildpflanzen

Weiterhin braucht der Jiaogulan in freiem Gartenboden zumindest am Start einen gewissen Vorteil gegenüber heimischen Wildpflanzen, die ihn sonst schnell bedrängen. Wer Probleme mit Quecke, Giersch oder Gundermann hat, weiß auf jeden Fall was ich meine.
Ich löse das so, indem ich entweder großzügig freien Aushub schaffe – so etwa 30-50cm Radius um eine 1l-Topfpflanze. Oder ich setze die Pflanze in einen Kübel und lasse die Pflanze dann auch über dessen Grenzen hinaus in die Umgebung ranken, wo ich hier und da Absenker wurzeln lasse – mal mit freier Erde wie bei der Erstpflanzung und auch mal „direkt in die Wildnis“. Es kommt auf den Versuch an.

Vermehrung aus Samen und Stecklingen

Vor Jahren las ich auf einer Seite, dass nur die vegetativ und somit genetisch ursprünglich aus China stammenden Pflanzen eine optimale Wirkung entfalten. Dem setze ich entgegen, dass nur der Same in der Lage ist, sich auf die Bedingungen vor Ort natürlich anzupassen. Jedoch, und das ist inzwischen nicht nur aus Russland bekannt, kann durch eine liebevolle  Beziehung zur Pflanze diese sich auf einen einstellen, die optimale Mischung aus Vitalstoffen bereit stellen.

Ich habe bisher mit Samen kein Glück gehabt, es aber auch nicht ernthaft verfolgt. Denn Jiaogulan läst sich spielend leicht über Stecklinge vermehren. Dazu, wie bei Minze, einfach einen 10-20cm langen Steckling schneiden und ins Wasser stellen. Dieses muss nicht einmal lichtgeschützt sein. Das Auspflanzen sollte ins Freiland erfolgen, wenn sich ca. 5-8cm lange Wurzeln gebildet haben. Im Herbst geht es sicherlich auch direkt nach dem Schnitt oder mit kleineren Wurzeln. Ich setze bewurzelte Stecklinge in der Regel zuerst in kleine Töpfe, die dann ca. 2-3 Wochen geschützt stehen und dann für weitere 2-3 Wochen vor dem endgültigen Auspflanzen frei, doch halbschattig im Garten stehen. So können die jungen Pflanzen in Ruhe durchwurzeln und sich an den Standort gewöhnen.

Allgemeiner Tipp für das Auspflanzen und Umsetzen (auch Umtopfen): Der in der Sache begründete Stress kann für die Pflanze deutlich gesenkt werden unter Zuhilfenahme geeigneter homöopathischer Mittel, reifen Wurmkomposts oder / und der MSQ-Energie. Setzt man letzere auch für das eigene Wohl ein, hat man interessanterweise oftmals  deutlich weniger Bedarf an ausgleichenden Vitalstoffen inklusive Heilpflanzen und (oft teure) Nahrungsergänzungspräparate.

Schädlinge am Jiaogulan

Geht es dem Jiaogulan gut, hat er meist kaumProbleme mit „Schädlingen“. Doch es gibt wie so oft Ausnahmen.

Schnecken lieben (leider) den Jiaogulan

Schnecken bilden die stetige Ausnahme. Vor allem die kleinen Ackernacktschnecken können einem die Freude verderben. So schnell wie die zulangen, kommt auch der Jiaogulan manchmal nicht mit seinem Wachstum hinterher.
Die wegen des extrem geringen Aufwands von mir favorisierte Lösung ist ebenso ungiftig wie minimal im Aufwand und heißt „Helix tosta“ in C30 oder höher potenziert.

Blattläuse und Schildläuse

Blattläuse haben in unserem Garten naturgemäß wenig Chancen ein Problem zu werden. Sollten Ameisen mit ihren Blattlauskolonien die Pflanze zu stark bedrängen, helfen ebenfalls homöopathische Mittel.
Wenn es im April oder gar einen starken Spätfrost gab, kann die Natur das Notprogramm „Honigtau“ aktivieren und es vermheren sich nahezug blitzartig Blattläuse im ganzen Garten, ungeachtet der Versuche sie einzudämmem. Das geht vorbei! Die Natur regelt hier lediglich das vorrübergehende, niedrige Angebot für Bienen, die so auf die Ausscheidungen der Blattläuse ausweichen können, bis sich die Pflanzene rholt haben und neu blühen.

Schildläuse werden manchmal von anderen (ZImmer-)Pflanzen eingeschleppt und können am Jiaogulan auf dem Balkon oder in kleinen Gärten, wo Fressfeinde fehlen, schnell zur Plage werden. Da die Schildläuse keinen Frost vertragen, erledigt der Herbst oder spätestens der Winter sie allesamt. Darüber hinaus hatte ich das Problem bisher nie und im Garten passiert das meiner Meinung nach auch nicht.

Standortwechsel

Wenn alles nichts hilft und auch homöopathische Mittel versagen, hilft oft nur noch ein Standortwechsel. Nicht selten verschwinden die Probleme dann wie durch Zauberhand. Wenn auch das nichts nützt, ersetze die Pflanze.

Jiaogulan – mein Fazit

Wenn einige, eigentlich ganz typische Punkte im Anbau und bei der Pflage beachtet werden, ist der Jiaogulan eine überaus dankbare Heilpflanze, die in Küche und Hausapotheke gute Verwendung findet und ihren Platz in unseren Gärten mehr als verdient. Die gesundheitliche Wirkung überzeugt seit Jahren mehr und mehr Menschen auch hierzulande und auch die Medizin kommt um dieses Superheilkraut längst nicht mehr herum.
Wegen des relativ geringen Lichtanspruchs kann der Jiaogulan auch auf der Fensterbank erfolgreich gezogen werden.

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