Wildbienen im Garten fördern

Mensch und Biene – ein altes Band, …

… dessen Bedeutung nicht hoch genug geschätzt werden kann. Die wohl jedem bekannte Honigbiene ist dank der Imkerei zwar weit verbreitet, dabei jedoch nicht die einzige Bienenart im Garten. Spätestens in einem kühlen Frühling mit häufigen Spätfrösten zeigen die verschiedenen Wildbienarten, was in ihnen steckt. Bei unter 10°C, wenn es der Honigbiene zu kalt ist, fliegen Hummeln, Pelz- und Mauerbienen, um einige der häufigeren Familien zu nennen, emsig von Blüte zu Blüte und können eine ganze Ernte vor dem Ausfall retten. Weitere Vorteile: Wenig Platzbedarf und geringster, lediglich indirekter Pflegeaufwand.

Von links nach rechts: Honigbiene (Aspis mellifera), Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea), Hosenbiene (Dasypoda hirtipes), Mauerbiene, Männchen (Osmia) und Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) – mögliche Bestimmungsfehler nicht ausgeschlossen.

Der “Klimawandel” bringt das Thema Spätfröste noch mehr in den Fokus und macht die Bedeutung der Wildbienen umso deutlicher. Seit Jahren werden unter Kennern Wildbienen-Brutstätten mit darin enthaltenen Bienenlarven gehandelt und Wildbienen gezielt angesiedelt. Mit ein wenig Aufwand kannst du Wildbienen helfen, sich anzusiedeln. Dafür brauchst du nicht unbedingt einen Garten, es geht auch auf dem Balkon oder der Terrasse.  Wildbienen sind sehr friefertig und nur an schwülen Tagenkönnen sie etwas reizbar sein – es geht den Bienen wie den Leuten. Es macht viel Freude, die so unterschiedlichen Bienen beim Nisten und Pollensammeln zu beobachten. Kindern bieten sich auf einfache Weise wunderbare Momente der Naturbeobachtung.

Vielfältig in Erscheinungsbild und Lebensweise

So verschieden sie aussehen, so verschieden ist auch die Lebensweise der zahlreichen Wildbienenarten. Von Erdbauten über Hohlräume in Mauerfugen bis zu Schilfstängeln wird alles Mögliche besiedelt. Dabei leben die meisten Arten einzeln, manche wiederum in Staaten, die jedoch nur bei der Honigbiene über die Winter andauern. Wildbienenstaaten gehen wie die Wespenstaaten im Herbst in den Überwinterungsmodus über, es überleben also nur die neuen (befruchteten) Weibchen. Diese gründen im Folgefrühjahr neue Kolonien. Das kannst du sehr gut bei Hummeln beobachten, von wochenlang über dem Boden summend nach geeigneten Löchern suchen.

Vergleich der Vor- und Nachteile: Honigbienen und Wildbienen

VorteileNachteile
Honigbienen
  • Gewinnung von Honig und Propolis
  • Bestäubung von großen Plantagen durch mobilen Einsatz, auch kurzfristig
  • hohe Bestäubungsleistung durch viele Bienen auf wenig Raum
  • Beobachtung der Immen nur unter Sicherheitsvorkehrungen sinnvoll
  • fliegen bei niedrigen Temperaturen nicht aus
  • bestäuben nicht alle Blüten
  • Imkerkenntnisse unbedingt erforderlich
  • teils beachtlicher Aufwand für Pflege und Schädlingsabwehr
  • die afrikanischen Einkreuzungen sind recht stechlustig
Wildbienen
  • schnelle und einfache Ansiedlung oftmals auch ohne Extraaufwand und auch in urbanen Gebieten
  • keine Imkerkenntnisse notwendig
  • bestäuben auch bei niedrigen Temperaturen
  • einige Arten bestäuben auch für Honigbienen unzugängliche Blüten
  • leichte Beobachtung an Blüten und Brutstätten, dank der ausgeprägten Friedfertigkeit der Wildbienen
  • keine Erzeugnisse
  • vorausschauende Ansiedlung und Förderung für auch umfangreichere Bestäubung notwendig

 

Fazit: Wer auf den durch eigene Bienen hergestellten Honig und das Propolis verzichten kann, hat mit Widlbienen wunderbar einfache wie vielfältige Optionen, die über die Bestäubung hinaus gehen.

So kannst du Wildbienen fördern

Wildbienen haben unterschiedliche Ansprüche an Terrain, Nistplatz und Nahrung. Und so kannst du selbst bei wenig Platz schon etwas Gutes für die Wildbienen tun.

Bienen und Wasserversorgung

Bienen am Gartenteich

Auch Wildbienen brauchen Wasser. In sehr trockenen Zeiten, wenn natürliche Reservoire trocken laufen, kann man mittels leicht modifizierter Vogeltränke bereits helfen – die Bienen müssen nur sicher ans Wasser kommen und sich beim ungewollten Badegang retten können. Ein natürlich gestalteter Gartenteich ist natürlich die Königsklasse. Da Bienen wechselwarm sind, schlürfen sie am liebsten sonnenwarmes Wasser. Selbst ein kleiner Algenteppich auf der Wasseroberfläche kann also nützlich sein und lädt zur Beobachtung ein. Denke bitte daran, bei kleinen Wassergefäßen das Wasser alle paar Tage auszuwechseln.

Vielfalt statt Monokultur

Wer viel Platz hat, etwa in einem großen Hausgarten, wird ganz selbstverständlich einige wildere Ecken belassen und muss oftmals nicht viel tun, um Wildbienen das Leben zu erleichtern. Das betrifft auch die Pflanzenvielfalt. Bewusst naturnah gestaltete (oder belassene) Bereiche sind für Wildbienen Topadressen, doch selbst auf Balkonen in einem Mieterhaus bieten sich viele Chancen auf ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Wildbiene.

Kirschpflaume (Prunus cerasifera)

Gundermann (Glechoma hederacea)

Ein gemischtes Beet aus Blumen, Stauden und Kräutern

Frühblüher bieten für Bienen die erste Nahrung im Jahr

Monotone Rasenflächen können (teilweise) durch Blühwiese ersetzt werden. Dafür gibt es passende Saatgutmischungen zu kaufen. Bei Kleinkindern und Allergikern ist das natürlich nicht unbedingt die beste Idee, den Spielrasen zu einer Bienenwiese umzugestalten, aller Naturliebe zum Trotz. Dafür bieten sich viele verschiedene blühende Kräuter, Stauden und Sträucher für die typischen Randbepflanzungen und Pflanzeninseln an. Heimische, standortangepasste Sorten sind dabei immer die beste Wahl. Es ist so schön, Kinder staunend an solchen bunten Ecken Schmetterlinge und Bienen beobachten zu sehen, und mit etwas Artenkenntnis kann man dazu immer kleine Geschichten erzählen.

Ein giftfreier Garten

Selbst bei heftigem Befall mit Ameisen, Blattläusen oder Raupen gibt es nachhaltige Methoden und Mittel, man kann also oftmals ganz auf Gifteinsatz verzichten. Durch richtige Sortenwahl beim Obst, passenden Standort sowie die Kombination aus gemischten Unterpflanzungen hat man grundsätzlich eine gute Ausgangsbasis für gesunde Kulturen, die keine Chemie benötigen. Für den Stresstest gibt es dann zum Beispiel Neemöl-Präparate und passende homöopathische Mittel. Direkt aus der Natur vor Ort kann man mit selbst hergestellter Brennesseljauche naturbewusst gegen Blattläuse und andere “Schädlinge” vorgehen.

Nistplätze für Wildbienen

Die Staaten bildenden Wildbienen, darunter Zwerghonigbienen und Hummeln, siedeln meist im Boden. Entsprechend ist es also wichtig, Stellen im Garten bereit zu stellen, in denen der Boden weitgehend unbearbeitet bleibt. Da Hummeln in Gängen von Maulwürfen und Mäusen siedeln, benötigen sie ohne in manchen Gärten besondere Nistplätze, sogegannnte Hummelkästen.
Um Fluginsekten und auch die zu mähenden Pflanzen zu schonen, ist das Mähen in den frühen Morgenstunden von Vorteil.
Ansonsten helfen stehen gelassene und verholzte Gestrüppecken mit Brombeere und anderen Pflanzen. Stein- und Totholzhaufen, hohle Mauersteine (Poroton) und gefertigte Insektenhotels ziehen verschiedene Wildbienenarten an. In tote Stämme, in denen noch keine Holzameisen eingezogen sind, kann man Löcher in verschiedenen Größen bohren. Dazu noch Rankelpflanzen setzen und schon hat man ein schickes Kleinstbiotop geschaffen!
Hinweis: Ab einer gewissen Höhe bzw. Anzahl von Stockwerken fallen mehr und mehr Insektenarten aus. Auch können ständig starke Winde – typisch für allein stehende Hochhäuser – problematisch sein. Es kommt dann einfach auf den Versuch an.

Wann sollten Brutplätze für Wildbienen aufgestellt werden ?
Grundsätzlich geht es das ganze Jahr über. Wenn das Aufstellen bis Mitte Februar erfolgt, sind die Chancen der schnellen Besiedlung am höchsten. Denn Wildbienen beginnen im zeitigen Frühjahr ihre Saison.

Müssen die Brutplätze gereinigt werden?
Nein, es braucht keinerlei Pflege der Wildbienen-Brutplätze.

Wespen – eine Gefahr für Bienen?

Hornisse beim Nektarschlürfen auf einer Berberitze

Wespen gibt es wie Bienen in vielen verschiedenen Arten und so sind Lebensweise und Aussehen je Art teils sehr verschieden. Es gibt Staaten bildende und solitär lebende Arten und auch solche, die man nur selten sieht, wie die Holzwespen und Schlupfwespen. Die bekanntesten Wespenarten gehören der Gruppe der Faltenwespen an: Die Hornisse (Vespa crabro), die Deutsche Wespe (Vespa germanica) sowie die hierzulande durch ihren recht lästigen und stechlustigen Charakter bekannteste Art, die Gemeine Wespe (Vespa vulgaris). Durch letztere Art kam wohl der schlechte Ruf der Wespen zustande. Übrigens ist die häufige Gallische Wespe oder Haus-Feldwespe (Polistes dominula) mit ihren langen Beinen und schicken Papierhäuschen sehr friedliebend, wie auch die imposante Hornisse. Beide suchen kaum den Frühstückstisch auf und stechen selten. Dennoch sollte man einem Hornissennest selbstverständlich nur mit dem nötigen Respekt nahe kommen.

Wespen sind im natürlichen Kreislauf sehr wichtig. Neben der Bestäubung vieler Blüten vertilgen sie für ihre Larven unzählige andere Insekten, darunter viele Fliegen und andere. Je mehr “Schädlinge” also auftreten, je mehr werden diese von Wespen gefressen, was natürlich für alle Raubinsekten und auch Spinnen gilt. Sie alle helfen mit, eine natürliche Balance zu erhalten. Die größte Wespe, die Hornisse, frisst sogar andere Wespen. Naturgemäß passen zwar auch Bienen ins Futterschema, doch nur schwache Honigbienenvölker sind in Gefahr, “ausgerottet” zu werden. Dabei gehört das zur natürlichen Auslese. Staaten bildende Wildbienen haben das Problem aus meiner Sicht überhaupt nicht, denn ihre Nester sind für Wespen nicht so leicht zugänglich wie Honigbienen-Immen, wobei es da wohl Lösungen durch passende Einfluglöcher gibt. Wildbienen müssen sich grundsätzlich eher um Ameisen sorgen. Witzig: Der auf die Bienenjagd spezialisierte Bienenwolf (Philanthus triangulum) ist den meisten Menschen völlig unbekannt, da sich diese Wespenart nicht für süße Speisen interessiert und auch keine auffallenden Nester baut. Man braucht schon Glück, einen Bienenwolf bei der Jagd beobachten zu können.
Fazit: Auch wenn du eine Wespe mal mit einer Biene davon fliegen siehst, mach dir keine Sorgen. Die Natur hat solche “Verluste” stets mit einkalkuliert. Wespen sind entgegen ihrem Ruf wunderbare Geschöpfe und gehören wie die Bienen, Käfer, Schmetterlinge und all die anderen  Insekten einfach dazu. Nur die Nester der erwähnten Vespa vulgaris und Vespa germanicus können direkt an Haus oder Scheune problematisch werden.

Bienen und Elektrosmog

Abschließend komme ich zu einer seit dem Mobilfunk stark wachsenden Gefahr, nicht nur für Bienen. Besonders die Ausbreitung der gepulsten Mobilfunkwellen – eigentlich eine Strahlenwaffentechnologie – ist für jedes ungeschützte Leben auch in kleinster Dosierung schädlich. Das weltweite (Insekten-)Artensterben ist aus meiner Sicht enger mit dem Mobilfunk als mit anderen Faktoren verknüpft.

Da wir derzeit keine effektiven Möglichkeiten haben, diese unsägliche Strahlentechnologie auf eine naturneutrale umzurüsten, bleibt uns nur übrig, den E-Smog  zu harmonisieren und mit weiteren Stärkungsmaßnahmen den Bienen zu helfen. Glücklicherweise haben wir da ein wirkungsvolles Spektrum zur Hand!

Im Garten kannst du unsere MSQ-Produkte für die Erdheilung nutzen. Dazu ist der Standort sehr wichtig: “linksdrehend” ist optimal, Bienen sind wie Wespen sog. Strahlensucher. Weitere mögliche Maßnahmen bespreche ich im Blogbeitrag “Hilfe für die Bienenvölker”.

 

Links
Wildbienen.de – Infoportal über Wildbienen
Saatgut-Angebot bei bienenretter.de
Suchergebnisse für “Bienen” auf der NABU-Website
MSQ-Produkte für die Erdheilung

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