Wühlmaus vertreiben ohne Gift und Fallen: ANTI-FU

In diesem Beitrag erfährst du, welche Erfahrungen ich mit Wühlmäusen machte und wie ich zu einer effektiven Vorrichtung kam, um Wühlmäuse ohne Gift, Gas oder Fallen und dazu stromlos und quasi wartungsfrei zu vertreiben. Ich nenne meinen Wühlmaus-Schreck „ANTI-FU“.

Dieser Beitrag hat mehrere Abschnitte:






Permakultur und die Wühlmaus – Pro und Contra

Die nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung halte ich grundsätzlich besser als zu giften und zu morden.
Davon abgesehen will ich nun einige Aspekte der Permakultur beleuchten und sehen, welche Auswirkungen diese möglicherweise auf die Wühlmaus-Population haben.

Fressfeinde der Wühlmaus fördern

Mäusebussard sitzt auf Ast

Mäusebussard (clipdealer-2906509)

Im Hausgarten sind Hund und Katze wohl die wichtigsten Helfer, denn das Mauswiesel und andere kleine Marderartige werden sich nur schwer ansiedeln wollen oder können und Greifvögel sind meist auch die Ausnahme. Dennoch kann man es mit einer Greifvogel-Sitzstange probieren.

Im Außenbereich wie bei uns sind die Probleme wie auch die Möglichkeiten etwas anders. Es können platzbedingt mehr natürliche Feinde ins Terrain eingeladen werden.

Sitzstange für Greifvögel an Brombeer-Gerüst

Solche Sitzstangen dienen Greifvögeln als Jagdsitz

Greifvogel-Sitzstangen sind in vielen Obstbauanlagen seit jeher eine wichtige Methode zur passiven Mäusebekämpfung. Mäusebussard, Turmfalke und Co. nutzen die Sitzstangen als Jagdsitz. Voraussetzung für die Wirksamkeit sind meiner Erfahrung nach drei Faktoren: 1) genug Höhe, 2,5m sollten es mindestens sein, 2) möglichst wenig Störung am Tage und ist 3) ein kurz gehaltener Bodenbewuchs um die Bäume herum. Greifvögel wie der Mäusebussard bleiben auch den Winter über hier.

Mauswiesel in aufrechter Haltung im hohen Gras

Mauswiesel (clipdealer-4666300)

Das Mauswiesel siedelt sich gern in Steinhaufen und in oder unter Holzstapeln an. Die kleinste bei uns heimische Marderart ist der wohl spezialisierteste Wühlmaus-Jäger, den man sich vorstellen kann. Er jagt die Wühlmäuse vornehmlich in ihrem eigenen Gangsystem. Leider folgt er uns nicht wie der Steinmarder so freimütig in den Siedlungsraum. Daher sind die Einsatzgebiete des Mauswiesels wohl eher extensive Kulturflächen mit genügend Versteckmöglichkeiten.
Durch das Anlegen geeigneter Verstecke kannst du das Mauswiesel  fördern. Denke dabei daran, dass diese Tiere auch Wasser brauchen. Das Mauswiesel hält keinen Winterschlaf.

Wildtiere sind misstrauisch
Man sollte es übrigens bei allen Wildtieren besser unterlassen, Gegenstände, vor allem farbige, dauernd hin- und her räumen. Nach jeder (optischen) Veränderung halten sich zahlreiche Wildtiere eine Zeit lang fern.

Ein Gartenteich sorgt für die Anziehung vieler Tiere von ganz klein bis groß und erfreut jeden Beobachter. Es dauert oft nur wenige Wochen, bis sich eine neue Wasserstelle herum gesprochen hat und man staunt über die schnell steigende Artenvielfalt im Garten. Eine Wildkamera zeigt dabei echte Überraschungen.

Regelmäßige Maht – Maus in Sicht! Wichtig ist weiterhin, den Bewuchs regelmäßig kurz zu halten. Je nach Bewuchsdichte können 5-8cm schon zu viel sein, denn gerade junge Mäuse sind dann kaum noch wahrzunehmen und dann finden Greifvögel und auch manche, am Boden jagende Tiere die Mäuse nicht gut. Auch hier topt das Mauswiesel wieder: Es sucht selbst im höchsten und dichtesten Wildwuchs fleißig nach den Eingangslöchern zu Wühlmausgängen und geht im Gangsystem auf die Jagd. Da sieht wirklich putzig aus, wenn das Mauswiesel wie ein kleines Eichhörnchen umher huscht und plötzlich lukt es aus hohem Gras hervor, nur um blitzschnell wieder abzutauchen und in einem Wühlmausloch zu verschwinden. Guten Appetit!

Ablenkpflanzen sollen Wühlmause von Obstkulturen ablenken – klappt das wirklich?

Es gibt da sehr unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen. Bei uns hat das bewusste Pflanzen von Ablenkpflanzen wie Topinambur sowie das Nichtmähen zugunsten von Löwenzahn und Wildmöhre das Wühlmausprobem eher verschlimmert. Ich bin selbst ein begeisterter Permakultur-Freund. Doch manchmal geht es eben nicht wie erträumt.

Auch nahe Hecken und Sträucher ziehen leider die Wühlmäuse magisch an. Bei der Gestaltung muss man also Kompromisse eingehen.

Abschreckung gegen Wühlmäuse durch spezielle Pflanzen und ihren Geruch?

Permakultur: Unterpflanzungen an Obstbäumen

Permakultur: Unterpflanzungen an Obstbäumen, rechts an einer Aprikose u.a. mit Knoblauch, Meerrettich und Königskerze

Knoblauchzehen zerdrückt in die Gänge legen, das klappt schon. Habe ich jahrelang gemacht, sowohl in meiner Wurmfarm, wie in Beeten und offenen Bereichen. Und es hat immer für etwa 4 zu 6 Wochen Wühlmaus und Maulwurf ein kleines Stück weit fern gehalten. Doch leider sind die Tiere ja nicht doof; die machen die Gänge zur Not halt zu und graben um den „Stinkergang“ herum einfach neu. Besonders der Maulwurf kann in trockenen Sommern alles ihm sonst Abträgliche hinnehmen; der Hunger schaltet dann offenbar sogar seine sonst typische Vorsicht weitgehend ab.

Das Bepflanzen der Baumscheiben mit Zwiebel, Knoblauch, Kresse und Rettich wiederum bringt überhaupt keinen Abschreckungseffekt. Im Gegenteil, die Mäuse wissen was gesund ist und wir haben wohl auch russische; neben Meerrettichwurzeln war auch hier und da Zwiebel und Knoblauch angenagt – seltsam, denn die Knollen in den Gängen funktionierten! Die weiterhin zitierte Kaiserkrone testete ich bisher nicht; sie gehört einfach nicht ins Biotop und ist mir darüber hinaus zu teuer für eine Flächenlösung. Im Staudenbeet allerdings wäre die Pflanze vielleicht einen Versuch wert.

Mulchen – gut bei Wühlmaus-Gefahr?

Unter dem Mulch versteckt sich die Maus vor Fressfeinden nur allzu gern und im Winter hat sie es dort schön warm.
Zumindest sollte der Mulch im Herbst auf höchstens 3cm Höhe reduziert werden und hier und da gänzlich den Boden frei geben, damit er nicht allzu sehr arbeiten und wärmen kann. Im Sommer werden die Wühlmäuse durch Gartenarbeiten öfter gestört, da sind zumindest Mulchinseln kein großes Problem. Das großflächige Mulchen halte ich bei aktuten Wühlmausproblemen für fraglich.

Standort und Sortenwahl: Frisst die Wühlmaus an jedem Obstbaum?

Wildobst ist u.a. wegen der zahlreichen Gerb- und Bitterstoffe deutlich weniger gefährdet als Kultursorten, die nicht nur uns Menschen, auch den Mäusen sichtlich besser schmecken. Darüber hinaus ist Wildobst um Längen besser in der Selbstheilung und Abwehr von Pilzen und anderen Erregern. Wurzelschäden steckt Wildobst daher gut weg und bleibt dabei meist gesund und wuchsfreudig.

Damit Obst widerstandsfähig ist und bei Verletzungen schnell die Wunden heilt, muss die Sorte gut mit dem Standort zurecht kommen. Auch bei Wildobst muss diese Grundregel beachtet werden.

Frühestens nach einem Jahr weit man mehr, nachdem die Pflanze alle Jahreszeiten erlebt hat. Schwächelt sie dann bereits, ist dieser Kurs oftmals endgültig.

Die Wühlmaus geht wie alle „Schädlinge“ gern an schwache Bäume. Doch manchmal ist eine Schwäche nur vorübergehend, etwa in der Eingewöhnungszeit nach der Pflanzung oder nach untypischen Wetterextremen. Das unterscheidet die Wühlmaus leider nicht, soweit ich sagen kann.

Die bekanntesten Faktoren für einen Standort sind Temperatur, Niederschläge, Sonnenlauf, Wind, Spätfrost, Bodenwerte (ph, Struktur, Nährstoffe).
Weniger bekannt ist das Wissen um die Wirkung von Pflanzengemeinschaften, welche Vor- und Nachteile mit sich bringen können. Das Wissen um die „Allelopathie“ hilft weiter.
Viel weniger be-kannt, dabei sehr rele-vant, ist die geomantische, also von der Erde selbst ausgehende, energetische Qualität am Standort. Dafür brauchst du, hast du es nicht „im Blut“, neben theoretischem Wissen auch entsprechende Übung. Darüber hinaus hilft dir die Natur vor Ort. Denn Pflanzen und Tiere sind oftmals „Anzeiger“ für sogenannte neutrale, links- und rechtsdrehende Felder. Das ist nicht politisch gemeint ;).

In der Tat stelle ich immer wieder fest: Pflanze ich an einer für die Pflanze sehr guten Stelle, ist die Gefährdung  durch Wühlmäuse und andere „Schädlinge“ beeindruckend gering. Die geomantische Begehung und Kartografierung des Grundstücks VOR geplanten Pflanzungen kann also viel Arbeit, Geld und Frust sparen!
Doch auch bei schon vorhandenen Pflanzungen kann man oftmals noch korrigierend eingreifen. Manchmal ist eine Ortskorrektur von weniger als einem Meter bereits ausreichend. In anderen Fällen müssen meterweise Bestände umgesetzt werden. Zum Glück gibt es für jeden Topf einen passenden Deckel. So gilt die Grundregel, dass dort, wo Kernobst nicht gut gedeiht, sich Steinobst umso wohler fühlt – geomantisch gesehen!

Fazit: Pro und Contra für die Eindämmung der Wühlmäuse

pro
natürliche Feinde fördern | Bewuchs kurz halten | für Standort geeignete Sorten -> optimal Wildobst

contra
kräftig mulchen, vor allem im Winter | Unterpflanzungen,  Ablenkpflanzen / Geruch-Abschreckpflanzen | ungeeignete Sorten, voran Edelobst

Passen Standort und Pflanze gut zusammen, ist ein Schaden durch Wühlmäuse eher unwahrscheinlich. Schlägt die Wühlmaus also zu, frage dich vor dem Zorn: Was habe ich wohlmöglich falsch gemacht?

Weitere Möglichkeiten der Vertreibung der Wühlmaus:
Karbid und Buttersäure

Fakt ist: Der unangenehme Geruch hilft, im Fall der Buttersäure gegen eigentlich alles was so herum läuft, mich eingeschlossen. Aber was hat das hier in der Permakultur verloren. Ist auch nicht mein Ding, hier den Gasmann oder Faule-Eier-Matscho mit Schutzhandschuhen zu spielen. Ich wollte es nur mal anbringen. Du findest auf anderen Seiten und auf Youtube einiges dazu.

Fazit: Vertreiben der Wühlmaus und Populationskontrolle
mit sanften Methoden

Durch den bisherigen, deutlichen Erfolg m

einer Eigenkonstruktion des Wühlmaus-Schrecks „ANTI FU“ kann ich mich nun trauen, testweise mehr Unterpflanzungen und Blühweiden um die Bäume herum gedeihen zu lassen und/oder wieder ordentlich zu mulchen. Wenn das gelingt und auch wilde Pflanzungen, wo nicht gemäht wird, einzig durch die Konstruktion geschützt werden können, wäre die Permakultur mit der Wühlmaus gleich viel besser vereinbar.

Insgesamt erscheint mir ein Mix aus richtiger Biotopgestaltung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse natürlicher Feinde und einer akustischen Abwehr, wie mein Wühlmaus-Schreck ANTI-FU, optimal. Um Wühlmäuse schonend, doch dauerhaft aus Kulturen fern zu halten, muss man also nicht zu Gift oder Falle greifen und auch nicht den Boden vergasen.

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