Wühlmaus vertreiben ohne Gift und Fallen: ANTI-FU

In diesem Beitrag erfährst du, welche Erfahrungen ich mit Wühlmäusen machte und wie ich zu einer effektiven Vorrichtung kam, um Wühlmäuse ohne Gift, Gas oder Fallen und dazu stromlos und quasi wartungsfrei zu vertreiben. Ich nenne meinen Wühlmaus-Schreck „ANTI-FU“.

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„Kenne deinen Wurzelfresser“: Zur Lebensweise der Wühlmaus

Frei gelegtes Nest mit jungen Wühlmäusen

Frei gelegtes Nest mit jungen Mäusen

Die Wühlmaus oder Schermaus lebt weitestgehend unterirdisch und ist 100%iger Veganer. Sie frisst verschiedenste Pflanzen: Wurzeln, Knollen, Rinde und Blätter gehören auf den Speiseplan. Am liebsten scheint sie sich neben Wildkräutern und -stauden auf Obstbäume zu stürzen, besonders die „Edelsorten“ haben es ihr angetan und dabei ganz voran solche, die nicht ganz gesund und damit schwach sind. Da die Wühlmaus ein guter Schwimmer ist, sind schlecht angelegte Folienteiche in großer Gefahr – unbedingt ausreichend dickes Teichvlies nehmen und kein billiges Trennvlies. Ich spreche aus Erfahrung…

Pro Jahr wirft die Mausmama mehrere Male im Abstand weniger Wochen, wodurch bei guten Bedingungen die Population rasant anwächst. Das Nest ist meist etwas tiefer in der Erde angelegt, kann aber auch direkt unter schützenden Brettern und Steinen aufgefunden werden, wie wir einmal bei Umbauarbeiten entdeckten (siehe Foto). Die Mama brachte sie in sichere Tiefen, nachdem wir die Bretter nochmal für eine Weile darüber legten.

Da die Wühlmaus keinen Winterschlaf hält, muss sie das ganze Jahr über Futter beschaffen. Aufgrund weniger Aktivität durch den Gärtner besteht über die kalten Monate eine erhöhte Gefahr, umso mehr in wilden Wintern. Zwar lagert die Wühlmaus im Herbst eine Menge Wildkräuter ein, indem sie zum Beispiel Knollen sammelt. Doch früher oder später hat sie Appetit auf andere Leckereien.

Konsumiere und vermehre dich!
Das Gangsystem ist weit reichend und eine einzige Mausfamilie kann einen ganzen Hausgarten und noch mehr Fläche einnehmen. Obwohl die angelegten Gänge recht willkürlich angelegt erscheinen, steckt doch ein System dahinter. Wie alle Tiere sind wohl auch Wühlmäuse echte Gewohnheitstiere. So entdeckte ich im letzten Sommer direkt neben einem Obstbäumchen einen Gang und trat ihn zu. Kurz drauf war er wieder aufgewölbt. Das wiederholte sich einige Male. Also entschied ich mich, das Obstbäumchen einen halben Meter umzusetzen und seitdem hat der Wühlmausgang seine Position nicht verändert. Dem Bäumchen geht es gut.

Die taktische Wühlmaus.
Bei Ausgrabungen unter und um zernagte Bäumchen herum stellt ich fest, dass, wie die Wühlmaus einen Obstbaum erschließt, durchaus Methode hat. Zuerst erweitert die Maus ihr Gangsytem bis ca. 1-2 Meter vom Stamm entfernt, unweit eines neuen Eingangsloches. Von dort geht ein Gang etwas später in ca. 30-50cm Tiefe zum Obstbaum-Kernwurzelbereich entlang und stoppt dort ca. 30cm vor Stamm/Kernwurzel. Hierbei nagt sie wohl auch bereits entdeckte Wurzeln ab. Baustop. Tage später: Der Gang wird erweitert, ringförmig um etwa den halben Baum herum. Dann wird – wiederum Tage später – von diesem „Operationsring“ aus ein einzelner Gang gezielt zur Kernwurzel des Baumes angelegt. Jetzt ist es die letzte Ruhe vor dem finalen Schlag und dann… ist ein neuer Zahnstocher fertig.

Kein Feind, kein Ehr‘.
Die Wühlmaus hat neben Gärtners göttlichem Zorn zahlreiche natürliche Feinde. Darum mag sie es wie alle Mäuse, wenn sie sich gut verbergen kann und entsprechend braucht sie alle paar Meter Rückzugszonen mit hohem Gras oder dichten Sträuchern. Je weniger eine Fläche bewirtschaftet wird, desto lockerer ist der Boden und wird nicht durch Tritt- und Arbeitsgeräusche erschüttert – auch das kommt der Wühlmaus zum Leidwesen aller Permulturbefürworter  – mich eingeschlossen – sehr entgegen.

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