Wühlmaus vertreiben ohne Gift und Fallen: ANTI-FU

In diesem Beitrag erfährst du, welche Erfahrungen ich mit Wühlmäusen machte und wie ich zu einer effektiven Vorrichtung kam, um Wühlmäuse ohne Gift, Gas oder Fallen und dazu stromlos und quasi wartungsfrei zu vertreiben. Ich nenne meinen Wühlmaus-Schreck „ANTI-FU“.

Dieser Beitrag hat mehrere Abschnitte:






Der Einsatz vor Ort – wie bewährt sich der Wühlmaus-Schreck ANTI-FU ?

Geräuschentwicklung

Schlägt ANTI-FU an, weht also ein Wind, ist ein Klacken in der Stange meterweit zu hören. Dieses Geräusch ist allerdings um ein Vielfaches leiser und weniger störend als die in der unterirdischen Wühlmaus-Zielzone erzeugten Geräusche. Bei Bedarf kannst du den Windfang heraus ziehen, etwa wenn du Besuch hast. Vielleicht lässt du aber alles wie gehabt, um stolz deine neue Wühlmaus-Abwehr vorzuführen :).

Wühlmaus-Schreck, Endversion ANTI VU, Erdrohr mit eingebautem Schwingstab

In Erde versenktes Kupferrohr (Resonator), darauf platziert der Windfang

Wühlmaus-Schreck, Endversion ANTI VU, Schwingstab mit aufgebautem Windfang

Der Eimer am oberen Ende des GFK-Stabs = Windfang

Wühlmaus-Schreck, Endversion ANTI VU, aufgebauter Windfang von oben

Der Windfang von oben, mit drittem Stellring als Stopper

Gesamtansicht: Wühlmaus-Schreck für leichten Wind konfiguriert

Wühlmaus-Schreck ANTI-FU sturmsicher konfiguriert

Wühlmaus-Schreck ANTI-FU sturmsicher konfiguriert

Verlässlichkeit, Stabilität, Wirkbereich, Kosteneffizienz, Verbesserungspotential

Benötigte Windstärke
Wenn der Windfang gut auf dem Resonator sitzt, sollte euch leichter Wind genügen. Bewegt sich der GFK-Stab zu schwer, kann es helfen, die Endkappe etwas weiter aufzubohren. Bohre das Loch nur so weit, dass der Stellring noch gut sitzt oder sichere diesen auf der Endkappe mittels Unterlegscheibe.
In windärmeren Regionen kann ein größerer Eimer als 5l Volumen helfen, oder 2 untereinander – hier muss unbedingt darauf geachtet werden, das Gleichgewicht zwischen Eimer, GFK-Stand und Hebelwirkung im Resonator nicht zu verlieren.

Stabilität
In der dargestellten Variante ist der ANTI-FU bereits stabil und sollte viele Jahre ohne Materialersatz seinen Job machen. Bei Sturm kann es allerdings passieren, dass sich der GFK-Stab leicht verbiegt. Ich nutze GFK-Stäbe, weil sie schwingen und die erzeugten Geräusche damit nerviger für die Wühlmaus sein dürften als mit starren Stäben erzeugte.

Sturmsicherheit
Vor einem Sturm kannst du mittels des 2. Stellrings die Position des Windfangs am GFK-Stab einstellen. Je stärker der Wind weht, desto weiter unten kann oder sollte der Windfang platziert sein. Bei Sturmgefahr kann die Position ruhig im unteren Viertel liegen (siehe Foto).
Zusätzlich kann der GFK-Stab durch ein 8mm dickes Edelstahlrohr ersetzt werden.

Wirkbereich
Theoretisch kann der Wirkbereich vergrößert werden, indem die gesamte Konstruktion einfach größer dimensioniert wird. Hierbei muss sich dann zeigen, wie das jeweilige Kosten-Nutzen-Verhältnis ist.

Nebeneffekte
Veränderungen im von der Wühlmaus besiedelten Bereich ziehen naturgemäß eine Verhaltensänderung der Wühlmaus nach sich. So wird sie aus vertriebenen Bereichen fliehen und alternative Orte suchen, wo sie ungestörter ist. So kann es durchaus passieren, dass ein jahrelang ungefährdeter Baum plötzlich auf dem Wühlmaus-Radar ist. Indem man nun dort ebenfalls mittels ANTI-FU gegensteuert, kann man Stück für Stück die Wühlmaus ganz los werden.
Mit der Zeit, passt sich die Wühlmauspopulation den neuen Bedingungen an. Weitere Maßnahmen – siehe „Permakultur“ – helfen dabei.

Kosten / Nutzen
Mit ca. 20€ pro Aufbau ist man dabei, für kleinere Zonen und vor allem Lieblingsbäume ist das kein Problem. Auf Masse geht man mit dem Teil sicher nicht, dafür ist es auch nicht konzipiert und dafür plane ich auch bereits etwas anderes.

Einsatzeignung
Wenn man nicht dauernd neue Batterien kaufen will, oder wenn die batteriebetriebenen Wühlmaus-Schrecks wie bei uns nicht helfen, ist mein ANTI-FU stets eine denkbare Alternative. Allerdings muss stets wenigstens leichter Wind vorhanden sein.
In Hausgarten und Kleingarten ist der Einsatz sinnvoll, wenn andere Maßnahmen nicht oder ungenügend greifen und der erzeugte Geräuschpegel“ (auch den Nachbarn) nicht stört.
In exponierter Lage, wie im Selbstversorgergarten und auf Streuobstwiesen, gibt es wohl kaum Alternativen, da die batteriebetriebene Variante viel zu aufwändig, auf Dauer teuer und nicht umweltfreundlich ist.
Auf gängigen Obstplantagen, da man hier auf Masse geht, steht meinem ANTI-FU sicher das Kosten-Nutzen-Verhältnis entgegen.

Unterschiede zu marktüblichen Wühlmaus-Schrecks
Einmal ist meine Version ungleich größer und nicht in 1min aufgestellt. Dabei sind die Kosten pro Einheit geringer. Traut man nun den Angaben der Hersteller, wäre der Wirkradius meines ANTI-FU vergleichsweise gering. Doch die Praxis zeigte, dass dem nicht so ist, da die marktüblichen Geräte sehr viel weniger weit wirken als angegeben (wen überrascht es, würde ja sonst auch keiner kaufen).
Dann gibt es noch diese kleine Drehvorrichtung für ca. 70€, die mir von der Grundidee her eigentlich gefällt. Ich halte den Aufbau jedoch für zu leicht und klein und es dreht immer noch, statt zu schlagen.
ANTI-FU erzeugt Schlag- und Schleifgeräusche, und zwar ordentlich. Als Wühlmaus würde ich das Weite suchen, doch interessanterweise macht die Geräuschkulisse dem Maulwurf nichts aus. ANTI-FU braucht keine Platzierung in einem Wühlmausgang, was viel Mühe spart. Es hält material- und konstruktionsbedingt sehr lange. Es braucht keine Batterien. Es ist justierbar und kann somit der erwarteten Wetterlage angepasst oder auch ganz deaktiviert werden. Es sieht nicht so toll aus, stimmt. Aber nach genug Leid durch Wühlmäuse sieht selbst Anja das locker und freut sich immer über ein „plong“.

Immer Plan B
Weitere Maßnahmen empfehle ich allerdings grundsätzlich, siehe „Permakultur“ – denn der Mix aus verschiedenen Maßnahmen hat wie immer die besten Chancen auf Erfolg.

Reichweite und Kosten

Die aktuell sichere Reichweite beträgt ca. 2,5m-3m im Radius, kann durchaus aber weiter reichen. Je mehr der Geräte im Bereich stehen, desto mehr verstärken sie sich gegenseitig und je weiter müssten sie auseinander stehen können, bis zu einem noch zu ermittelnden Maximum.

Die aktuellen Kosten liegen bei ca. 20-22 Euro pro Gerät bei den o.g. Materialien und bei Endverbraucherpreisen.

Nachbau erlaubt und erwünscht

Keine Bange, weil ich dauernd ANTI-FU erwähne! Ist nur ein Spaß von mir, weil ich gern Produktnamen erfinde. Du bist herzlich eingeladen, das Ganze nachzubauen, abzuändern und uns deine Erfahrungen mitzuteilen.

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