Wühlmaus vertreiben ohne Gift und Fallen: ANTI-FU

In diesem Beitrag erfährst du, welche Erfahrungen ich mit Wühlmäusen machte und wie ich zu einer effektiven Vorrichtung kam, um Wühlmäuse ohne Gift, Gas oder Fallen und dazu stromlos und quasi wartungsfrei zu vertreiben. Ich nenne meinen Wühlmaus-Schreck „ANTI-FU“.

Das Update von 20.05.20 umfasst:
– Ausrichtung des Windfangs und Regenablauf
– Optimierung des Schlagpendels und Anpassung der Endkappe

Dieser Beitrag hat mehrere Abschnitte:






Bauanleitung und Aufstellanleitung für
Wühlmaus-Schreck ANTI-FU

Benötigte Materialien [meine Wahl] – Update 20.05.20

Die vorerst finale Version besteht aus
– Kupferrohr 1m lang, Ø 35mm, Wandstärke 1,2-1,5mm,
alternativ ein dünneres Fallrohr (z.B. Ø 40mm) + Endkappe
– GFK-Stab 2m, 8mm Durchm.
– PE-Eimer weiß mit Deckel, 5l
– Rohr-Endkappe PP schwarz, für Rohr-Durchm. für 35mm [ebay Art. 321186084015]
oder besser etwas weniger
– 3 Stellringe für Durchm. 8mm [Din 705 A2 AISI 304, ebay Art. 254167077288] – manchmal
sind 9mm besser, sollte der GFK-Stab nicht exakt genug verarbeitet sein

Du brauchst für den Aufbau
– Gummihammer mit genug Gewicht zum Einschlagen des Rohres
– Auflage für das Rohr unter’m Hammerschlag (kleines Brett z.B.)
– optional Spitzpfahl so dick wie das Rohr (bei steinigem Untergrund empfohlen) oder
ein gleichdickes Stahlrohr, zum Vorbohren
– Wasserwaage
– passender Schraubendreher / Inbuschlüssel für die Stellringe (bei mir sind es 4mm Inbu)
– spitze Schere, spitzes Messer oder Bohrer für die Löcher im Eimer

Endkappe und Rohr müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass die Endkappe recht locker sitzt. Also besser etwas kleineren Durchmesser nehmen oder zur Not die Dichtungslamellen etwas anfeilen.
Es ist rein schalltechnisch möglich, ein normales Stahlrohr zu nehmen. Aus Gründen der nützlichen, feinstofflichen Eigenschaften des Kupfers ziehe ich dieses trotz des höheren Preises jedoch vor, außerdem rostest es nicht und ist damit langfristig billiger und umweltfreundlicher.

Konstruktion

Wühlmaus: clipdealer A6296320

1. Windfang

  • Eimer
    Topf und Deckel werden zusammen gesetzt.
    Der Griff wird mittels Messer oder Schere komplett entfernt, der er nicht benötigt wird auch die Funktion stören kann.
    Nun kommt in den Deckel und in den Boden zentral ein ca. 8mm großes Loch – hierdurch wird später der GFK-Stab geführt.
    In den Boden werden kreisförmig am Rand 5-6 Löcher gebohrt, durch die ev. eindringendes Regenwasser ablaufen kann.
  • GFK-Stab und Schlageffekt (Update 20.05.20)
    Etwa 32cm von einem Ende entfernt wird der erste Stellring gesetzt und fest geschraubt, er dient als Stopper am später unteren Ende.
    Habe bemerkt, dass mit mehr Gewichtsverlagerung auf den unteren Stabteil, also was im Rohr liegt, besser für die Wirkung ist. Auch richtet sich das Ganze besser von selbst nach dem Wind aus, auch wenn das Rohr nicht ganz gerade verbaut wurde.
    Stellring Nr. 1: Fixierung des Stabes auf der Rohr-Endkappe. Ich setze den Stellring so, dass das untere Ende des Stabes nur knapp über dem Boden im  Rohr sitzt. Damit ist die Position bei ca. 95cm der Gesamtlänge des Stabes, von unten gerechnet. Direkt unter diesen Stellring wird nun die Endkappe gesetzt (Achtung, Rohr ist später darunter, also richtig herum setzen).
    Stellring Nr. 2: Schlagoptimierung. Ganz unten am Stab wird dieser Stellring gesetzt, somit entsteht ein Schlagpendel von Stahl auf Kupfer. Ist effektiver als nur der Stab auf Kupfer, was vor allem bei nur leichtem Wind auffällt.
    Stellring Nr. 3: Eimer-Position. Bei ca. 40-50cm von oben gesehen wird der dritte Stellring gesetzt.
    Darüber wird der Eimer positioniert. Dabei ist der Deckel unten oben.

Damit ist der Windfang fertig.

  • Drehbewegung nutzen? Es kann sein, dass der Stab sich im Sturm leicht verbiegt, weswegen eine komplexere Konstruktion mit Windspiel am Eimer (-> Rotation des Windfangs -> Rotation des Stabes) sowie Ersatz des mittleren Stellrings durch ein kleines Kugellager mit Gehäuse (Link) bereits getestet wurde. Preis/Wirkung ist bisher nicht überzeugend. Es scheint mir besser, durch die optimierte Position des Windfangs das Verbiegen des Stabes zu vermeiden oder eine starre Metallstange zu nutzen. Dabei muss dann wohl alles mit 8mm Bohrung / Stellring an 10mm angepasst werden, denn dünnere Stangen mit 2m Länge habe ich noch nicht gefunden.
    Eine andere Möglichkeit, zumindest in die momentane Windrichtung zu drehen, wäre der Zusatz eines einfachen Windruders an der Stange.

2. Der Resonator (Rohr mit Endkappe)

  • Bei steinigem Untergrund kann das Rohr beim Einschlagen Schaden nehmen. Nutze dann zum Vorbohren Spitzpfahl oder Stahlrohr: Mit Gummihammer und Holzaufklage wird ein senkrechtes Loch (Wasserwaage) von ca. 50cm Tiefe geschlagen.
  • In das Loch wird das Kupferrohr geführt und leicht fest geschlagen, dann die Erde rund um das Rohr fest getreten / gehämmert.
  • Die bereits gebohrte Endkappe kommt oben ins Rohr.

Fertig ist der Resonator.

3. Komplettierung: Windfang und Resonator

  • Setze nun den Windfang samt fixierter Endkappe in das Rohr ein, bis die Endkappe im Rohr locker drinnen sitzt.

Fertig ist die Konstruktion, die ich scherzeshalber „ANTI-FU“ nenne.

(Ist ein Wortspiel, „Vu“ heißt „gesehen“ und „Vole“ heißt Wühlmaus, darum ANTI-FU von VOLE SOLUTIONS -> Die Wühlmaus war nicht mehr gesehen.)

4. Funktion des Schlagmechanismus prüfen

Prüfe nun die Funktion, indem du ein Ohr an die Stange hältst und dabei den Windfang antippst, wie vom Wind bewegt. Dieses unsympathische Schaben und Schlagen hört die Wühlmaus bei Wind, nur subjektiv viel lauter als du.

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Kommentare

2 replies on “Wühlmaus vertreiben ohne Gift und Fallen: ANTI-FU”

  1. Barbara Schmidbauer sagt:

    Hallo ihr beiden,
    super blog
    schön zu lesen, daß andere Mitmenschen nach den gleichen Grundsätzen mit den Wühlmäuse leben.
    Ich wohne wunderschön an einem Bach und hab mich an so manches Tier gewöhnen müssen, aber die Wühlmaus besucht uns doch zu oft.
    Würde deinen Antifu gern nachbauen, hab aber so meine Zweifel ob ich das hinbekomme.
    Eine Konstruktioszeichnung wäre schon hilfreich.
    Gruß
    Barbara

    • Christian sagt:

      Hallo Barbara, mit einem kleinen Fließgewässer dran ist ja optimal. Das fehlt mir an manchen Tagen.
      Wühlmaus: Ja, ‚zu oft passt‘ wirklich, gerade in den letzten beiden Jahren, finde ich.
      Danke für deine Anregung zur Bauzeichnung. Doch das macht alles (unbezahlte) Arbeit und da ich immer wieder mit Abwandlungen experimentiere, auch derzeit, lohnt es sich einfach kaum. Außerdem ist die Bauteilanzahl ja extrem gering und der Aufbau eigentlich sehr simpel. Am besten einfach mal ausprobieren und dann kommen genaue Fragen, die ich hier gern beantworte.
      LG Christian

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