Naturprojekt Oase Goldammer Teil 2

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Aufteilung und Nutzung

Kulturbereich und Wildgarten als Partner

Die Fläche ist teilweise eingezäunt und wird innerhalb der Eingrenzung von uns gemischt bewirtschaftet:  Obstbäume,  Wein- und Brombeergestänge, Kastenbeete und Blumen- und Kräuterbeete wechseln sich ab mit Windschutzhecken, Senken und Hügelbeeten. Der Zaun selbst ist teilweise selbst Erntezaun – da gedeihen Hopfen, Wein und Brombeere und bilden nach außen hin zum Teil dichte Schutzhecken, die in Hundsrosen, Flieder, Wildobst und andere Sträucher sowie strauchig gehaltene Bäume übergehen. Diese Bereiche sind Teil des bereits erwähnten Mundraub-Konzepts.

Wildbereiche – Biotope gestalten und sich selbst überlassen

Der nicht eingezäunte Bereich wird etwa zur Hälfte – diese lieg hinter dem Kulturbereich – meist nur einmalig mit Bäumen und Sträuchern gepflanzt und damit die bereits vorhandene Vegetation durch mehr Artenfielfalt aufgewertet sowie die Windschutzfunktion insgesamt verbessert. In diesem Teil finden sich auch scheurere Tiere wie der Dachs und des brütet hier mit Vorliebe der Fasan.
Die andere Häflte liegt weiter vorn, neben dem Kulturbereich und wird nach dem Zupflanzen von Nussbäumen, Obst und Wildobst künftig extensiv durch Mensch und Tier gleichermaßen beerntet, bleibt insgesamt naturbelassene Mischkultur mit geringer Pflege. Die Wiese dort wird nur selten und dann nur partiell gemäht, mit dem Ziel die Artenvielfalt zu erhöhen, besonders im Hinblick auf Blühkräuter und -stauden für Insekten.

Hinter einem der Obsthaine entsteht ein wilder Bereich aus Hecken, Laub- und Nadelhölzern

Auf der anderen Seite wird ebenfalls Natur wachsen gelassen, dort sind einige Einpflanzungen von Streuobst ein geplant

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Grundsätzlich lege ich großen Wert auf naturbelassene Ecken und chemiefreies Arbeiten. Anfangs gab es Ausnahmen mit möglichst schadarmen Spritzungen, wie bei heftigem Befall durch die Kräuselkrankheit am Pfirsich.  Bei Neuzugängen, die noch nicht an den Standort angepasst sind und wo noch keine Unterpflanzungen wirken können, kann das auch heute noch sinnvoll sein.
Mit der Zeit habe ich gelernt, erst einmal in Ruhe zu hinterfragen und zu beobachten, hinein zu fühlen und nicht gleich mit der Kavallerie daher zu kommen, sollte es eine „Plage“ geben. Meist genügt ein gezielter und kurzzeitiger Eingriff an wenigen Pflanzen mit einem hömöopathischen Mittel, einer Kräuterjauche oder eine andere, sanfte Behandlung.
Wie schon beschrieben, setze ich bei Wildverbissdruck inzwischen konsequent auf mechanisches Abschirmen. Und droht ein Wühlmausschaden, setze ich auf Akustische Abwehr und die Förderung natürlicher ‚Fressfeinde‘.

Eine Bewässerung findet nur im Kulturbereich, bei Bedarf und sehr sparsam statt. Es wird viel kompostiert, gemulcht und überhaupt anfallendes Naturmaterial möglichst vor Ort weiter verwendet. Nötige Einrichtung, Werkzeuge und Baumaterial werden, wenn möglich und sinnvoll, gebraucht oder „upcycled“ verwendet. So steht manches Hochbeet auch nach Jahren noch immer funktionstüchtig und besteht dabei aus uralten Wellplatten aus der DDR-Zeit. Und Schwiegerpapas guter, alter Spaten ist heute noch deutlich besser als der aus dem Baumarkt.

Der Astschnitt links wird für den Verbissschutz an Pflanzungen im Wildbereich genutzt.

In meiner kleinen Baumschule ziehe ich Sträucher und Bäume auf. Ein Teil wird im Wildbereich ausgepflanzt.

Weiden und Haseln bilden mit der Zeit eine Grundlage für eigene Flechtmatten und Flechtware. Nadelbäume bieten später Weihnachtsschmuck und Anfeuerholz. Der Bestand an selbst vermehrten einjährigen und mehrjährigen Pflanzen steigt weiter an. Es werden Nützlinge gefördert wo es geht und entsprechende Lebensräume geschaffen – siehe: Leitbilder -> Permakultur.

Ein Teil zu dicht stehender Bäume wird herunter geschnitten oder ab und zu ganz heraus genommen. Das anfallende Schnittmaterial findet direkt vor Ort Verwendung, etwa für Zaunreparaturen, für Totholz-Hecken oder um Neupflanzungen vor Wildverbiss zu schützen. Dickeres Holz und Wurzeln findet sich auch in Totholzhaufen zur Schaffung weiterer Kleinbiotope wieder. Die Nutzung als Brennholz ist derzeit eher eine Ausnahme.

Zu groß ausufernde Brombeerhecken werden zurück geschnitten, solche an nicht erwünschten Stellen entfernt.
Mäuse und Vögel verbreiten viele Samen, was für die Biotopentstehung oftmals hilfreich ist, doch nicht immer. Aufgefundene Neophyten, die sich unkontrolliert vermehren könnten, werden entfernt.

Gartenteich

Gleich zu Anfang wurde im Herzen des Kulturbereichs ein kleiner, fischfreier Gartenteich angelegt und dabei das Konzept eines Naturteichs umgesetzt: Leicht zugängliche Ufer für Kleintiere, artenreiche Wasser- und Randbepflanzung,  teiloffene Wasserfläche. Nahe Sträucher und Hecken bieten Unterschlupfmöglichkeiten und schützende Anflugplätze für Singvögel.

Seitdem und natürlich auch durch die Schaffung vieler weiterer Kleinbiotope explodierte geradezu die Artenvielfalt und Jahr für Jahr kommen immer noch neue Arten dazu. Auch die Windschutzpflanzungen von vor 8-10 Jahren bewirken inzwischen viel.

Am Teich tummeln sich neben Groß- und Kleinlibellen, Geldbrandkäfern und unzähligen Wild- und Honigbienen ab und zu auch junge Ringelnattern. Ein Stockenten-Päärchen  beehrt uns Jahr für Jahr und schenkt uns niedliche Kükenfotos, die unsere Wildkameras einfangen.  Manchmal steht ein Reiher vor dem Teich, der aber nie lange bleibt.

 

Algensammeln für  direkte Biodüngung oder als Kompostbeigabe

Erdkröten verstecken sich tagsüber gern

Eine ganz junge Erdkröte auf ihrem Weg in ein neues Leben

In den ersten Wintern fror der Teich ordentlich ein.

Entenfamilie

Jungfasane

Plattbauch, eine Großlibelle

Eine Kleinlibelle im Giersch, der am Teichrand wächst

10 Jahre Transformation

Durch unser Engagement konnten wir so seit 2009 aus dem einst öden Stückchen „Brandenburger Queckensteppe“ zahlreiche Biotope mit wachsender Artenvielfalt, nachhaltig bewirtschaftete Kulturbereiche sowie einen sich selbst weitgehend überlassenen Wildbereich mit wachsender Artenvielfalt schaffen.

 

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