Facebook, Sperre und adè – keine dritte Chance

- zuletzt geändert am 6.Februar 2020

Wirklich, ich hab’s versucht und leicht war es nicht, denn damals hatte ich gute Gründe weg zu gehen. Doch dann wollte ich Anja helfen, das FB-Profil für unsere Oase Goldammer mit zu pflegen. Doch es sollte sich zeigen, dass der Pflegebedarf bei Facebook an ganz anderer Stelle deutlich werden sollte.
Nach einigen Jahren der Abstinenz hatte ich es noch einmal probiert und auf Facebook ein neues Profil erstellt. Hier und da mal sehen wer sich noch rumtreibt, mal einen Garten-Post, mehr brauchte es nicht. Meine große FB-Zeit war eh längst rum.

Doch wtf?!

1. Facebook – Sperre,
weil ich meine Frau als Freund zugefügt (geadded) hatte

Gleich nach Accountfreigabe  vervollständigte ich mein Profil und lud einige Fotos hoch – mit mir exklusiv und Gartenbild-Hintergrund. Das war alles gut und ich war froh. Dann fragt mich FB, ob ich Anja – meine Frau – adden möchte. Okay sag ich, kurze Wege mag ich und getan und… gesperrt! Laut einer Mail  wegen Verletzung irgendwelcher Richtlinien, über die ich weder aufgeklärt werde noch überhaupt ohne weitere Rechere jemanden fand, der das könnte.
Nachdem ich über die Websuche eher entmutigt war, da solche seltsamen Sperren heutzutage auf FB wohl normal zu sein scheinen, fand ich eine Emailadresse – sie lautet impressum-support@support.facebook.com – sollte sich dann ein angekündigtes „Spezialistenteam“ meines Problems annehmen. Es dauert geschlagene 2 Wochen(!), bis ich wieder frei geschaltet war – ohne vorherige Nachricht dazu, ohne Erklärung und Entschuldigung. Zum Glück schaute ich täglich rein. Zum  Glück?!

Na gut, denke ich und sage mir: Eine zweite Chance verdient jeder. Und poste alle paar Tage mal, wenn ich einen neuen Beitrag verfasse – genau 4 sind es in etwa 10 Tagen. Und heute Vormittag sind alle meine Beiträge gesperrt. Erst denke ich, ich habe das falsche Foto auf FB zum Beitrag ausgewählt, da ich auf unserem Blog ja auch lizenzierte von Dritten einsetze. Doch nein, sind alles unsere eigenen Fotos. Dann lese ich die Begründung und das ist einfach nur super:

SPAM.

2. Facebook – Sperre,
weil ich selbst erstellte Inhalte auf unserem eigenen Blog bei FB verlinkte

Facebook-Sperre: Dein Beitrag verstöt gegen unsere Gemeinschaftsstandards zu Spam

„Dein Beitrag verstöt gegen unsere Gemeinschaftsstandards zu Spam“

Bei Facebook als Spam stigmatisiert: Beitrag über Wühlmäuse im Garten

Bei Facebook als Spam stigmatisiert: Beitrag über Wühlmäuse im Garten

SPAM. Das meint Facebook heute mit richtigem Inhalt.

Facebook, einst das Onlineparadies für alle, die nach der Arbeit mal sehen wollten, was Freunde so machen, eigene Gedanken los werden, alles mit wenig Zeitaufwand und nicht zu sehr in die Tiefe. Oder in Gruppen auch mal über Themen austauschen, die nicht in jeden Post gehörten. Dann kamen die Trolle und Idioten und mit ihnen eine bis dato online nicht gekannte Mischung aus Dummheit, Dreistigkeit samt einer Arroganz in einer Tiefe, die selbst Tiefseesonden nicht erkunden könnten.
Dann dachte sich Herr Zuckerberg: Ei ei, die sind so präsent und geben gute Konsumenten ab, das ist die neue Hauptzielgruppe. Und am besten optimieren wir unser Konzept nicht nur für die, ich stelle ein paar von denen auch gleich ein, dann läuft die Zielgruppenskalierung quasi wie von selbst. Und so kam es, das Trolle und Idioten Herr Zuckerberg’s neue Lieblingskellerkinder wurden. Und sie schrieben neue Algorithmen, für die Terrorfrüherkennung und viele andere wichtige Aspekte. Sie verdienten kein Geld, dafür durften sie bei Onkel Zuckerberg im Keller wohnen und arbeiten, und sie brauchten lediglich Billigpizzen und Coke als Grundverpflegung. Und es dauerte gar nicht lange, da war FB wie neu geboren!
Leider war es eine Missgeburt. Eine, die alles als gefährlich einstufte, was sie selbst nicht kannte und das war quasi… alles. Alles, das außerhalb der eigenen, stumpfen Gedankenwelt der neuen Kellerkinder lag. Somit wurden Inhalte grundsätzlich gefährlich, wenn man sie nicht verstand. Klar, sicher ist sicher. Wenn die Texte länger als 10 Worte waren, frecherweise noch Kommas oder diese fiese Klein- und Großschreibung aufwiesen… alles offenkundige Anzeichen von Fremdenhass, Frauenfeindlichkeit, Klimaleugnertum oder gar schlimmerem: Die Achse des Bösen selbst zeigte ihre Fratze. Es musste „alles weg“. Wenn man eine Begründung brauchte, half der eine Button da: „Zufallsgenerator gegen den Terror“. Und fertig waren wieder 100 Sperrungen die Minute. So, das war harte Arbeit… wo ist meine Pizza?!

Und so kam es, dass jene Grundfunktionen, von denen Facebook einst lebte, also Freunde online treffen und Inhalte veröffentlichen und lesen, „zur Sicherheit“ als illegal eingestuft wurden. Mal als Spam, mal wegen Rechteverletzung von irgendwem – der Zufallsgenerator machte es richtig effizient. Am Ende waren es nur noch die Kellerkinder des neuen FB, die es bevölkerten. Doch da Herr Zuckerberg sie inzwischen so sehr lieb hatte, durften sie ihren Job behalten. Wer brauchte da noch User mit ihren lästigen Anliegen und ewiger Nörgelei?

Bekanntlich kann man mit Dummheit nicht diskutieren. Das beweist auch die Geschichte. Also gehe ich dann mal. Ach Facebook, hätte ich es besser nicht versucht. Dann hätte ich in Erinnerung behalten, wie du damals warst. Aber so, auf dem Sterbebett… oje.

Facebook: Konto löschen

Mein Fazit: Mit Dummheit nicht diskutieren

Also liebe Leute, wir sehen uns wie immer im Blog, in Foren und Messengern, mitunter sogar im richtigen Leben. Da kann man der sich weiter ausbreitenden Idiocracy noch immer gut entfliehen.

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